DiscDog-Leitfaden – aus dem Seminar mit Adrian Stoica [Teil 1]

Scheibenwerfen gibt warm und macht Spass
Scheibenwerfen gibt warm und macht Spass

DiscDog-Events organisierte zusammen mit dem 3-fachen Europameister Adrian Stoica ein DiscDog-Seminar. Wir haben unsere Erkenntnisse in einer zweiteiligen Serie zusammengefasst.

Folgend sind die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen von Sandra und Sandro. Adrian und die Teilnehmenden haben die entsprechenden Inputs geliefert.

Und jetzt geht es los!

Wenn die Frisbee auf dem Kopf fliegt

Upside down geworfene Scheiben musst du höher ansetzen als einen normalen Wurf. Normal abgeworfen bildet sich unter der Scheibe ein Luftbett, welches die Scheibe trägt.

Wirfst du die Scheibe Upside down (mit der Unterseite nach oben), kann sich dieses Luftbett nicht bilden. Die Luft fliesst gleich seitlich weg. Die Scheibe wird nicht getragen und fällt wie ein Stein.

Upside down geworfene Frisbee beim Abwurf höher ansetzen!

Du bist nicht Adrian, du bist du

Ja, es ist gut und macht Sinn, wenn du dir Videos von anderen Spielern anschaust. Schliesslich kann das Rad nicht neu erfunden werden.

Beobachte das Spiel von Anderen, kopiere es aber nicht. Nimm das raus, was für dich und deinen Hund stimmt. Finde deinen eigenen Stil.

Es ist wunderschön eine Kür zu sehen, die individuell ist. Das ist der Moment, wo die Zuschauer wie auch die Richter wie gebannt auf das Spiel schauen. Und du selbst wirst an solche einem individuellen Spiel viel mehr Freude haben.

Leider sehen wir auf dem Feld häufig die Kopie von der Kopie. Da sind die gleichen Tricks, die gleichen Würfe und die gleichen Abfolgen. Das ist kein Freestyle, das ist langweillig.

Es ist sogar gefährlich. Du kannst nicht die Tricks, welche Adrian mit Rory macht 1:1 auf deinen vielleicht doppelt so grossen oder schweren Hund übertragen. Das kann für dich und für deinen Hund böse enden.

Stell dich hin und zeig DEIN Spiel!

Basic, Basic, Basic, Basic, Basic und nochmals Basic

Bei einem Skip berührt die Scheibe kurz den Boden und steigt wieder auf. Dies ist definitiv ein sehr geiler Wurf. Nicht jeder beherrscht den Skip und viele müssen einiges dafür tun um diesen Wurf zeigen zu können.

Vergiss nicht, für eine gute Kür braucht es keinen Skip.

Es braucht sicher sitzende Basics. Kannst du den Heber im Schlaf? Kannst du den Heber während dem du dich bewegst? Kannst du den Heber bewusst in der Höhe variieren? Kannst du den Heber aus verschiedenen Positionen sicher und gerade werfen?

Falls du alle diese Fragen mit Ja beantwortest, kannst du den Skip üben. Falls nein, trainiere den Heber bis zum Umfallen. Platziere überall in deiner Wohnung eine Frisbee. Im Badezimmer, im Wohnzimmer, im Schlafzimmer. So hast du die Scheibe immer griffbereit und kanst üben und ausprobieren.

Stelle oder knie dich mit Abstand vor eine Wand und markiere in Gedanken einen Punkt an dieser auf der Höhe, in welcher die Scheibe optimal für deinen Hund platziert ist. Nun wirf einen Heber nach dem Anderen (auch aus unterschiedlichen Positionen). Und, wie oft triffst du die markierte Stelle?

Damit du den Bewegungsablauf sehen kannst, stelle dich vor einen Spiegel. Aber Achtung, knalle die Scheiben nicht mit voller Wucht auf den Spiegel.

Vielleicht kommst du mit dem intensiven Training von Basics nicht so schnell zum Ziel, bestimmt aber nachhaltig. Es nützt nichts, wenn ein Anfänger einen Leg- oder Backvault mit seinem Hund macht, aber keine vernünftige Rückhand und keinen Heber hin bekommt.

Wenn du am Anfang intensiv Basics trainierst, wird sich das später in deiner Kür auszahlen. Deine Heber sind sicher, deine Catch Ratio steigt und du wirst viel mehr Tricks einbauen können. Denn, der Heber sitzt – in jeder Situation.

Es geht nichts über eine perfekte Basic!

Wie eine alte Frau

Ich habe mein Set gespielt und sollte Scheiben sammeln.

Wie eine alte Frau bücke ich mich nach der Scheibe und halte meinen Allerwertesten in die Luft. Fast drohe ich vornüber zu kippen da ich bereits auf dem Sprung zur nächsten Scheibe bin. Oh shit, ich war zu schnell und habe die Scheibe nicht erwischt.

Nicht ästhetisch und nicht sinnvoll. So machst du es besser.

Setze deinen linken Fuss links neben die Scheibe. Linkshänder machen es gerade umgekehrt. Bücke dich, wie es die SUVA vorschreibt (mit linkem Bein in die Knie gehen, das rechte Bein nach hinten ausstrecken). Mit der rechten Hand kannst du die Scheibe am rechten Rand festhalten und gegen deinen Fuss drücken.

Aus dieser Position kommst du schnell zum Stehen und kannst zur nächsten Scheibe laufen. Und, der grosse Vorteil. Du kannst die Scheibe blind aufheben. Somit bleibt dein Blick frei um zu schauen wo die nächsten Scheiben liegen oder wie weit dein Hund ist.

Arsch nach unten und nicht in die Höhe!

Kannst du die Bewegung zwei Minuten aufrecht halten?

Der Flow (Fluss) ist wichtig in einer Kür. Deine Kür sollte zwei Minuten lang voller Bewegung sein. Bist du im Fluss, wirkt die Kür harmonisch und spannend.

Du hoppelst jetzt nicht wie ein Verrückter übers Feld. Das sieht eher unkoordiniert und verloren aus.

Versuch nach einem Wurf eine Drehung einzubauen. Bewege dich mit deinem Hund. Mach eine Rolle oder zeig einen Scheibentrick. Entweder dein Hund, die Scheibe oder du selbst – irgendetwas sollte in Bewegung sein. Dort wo die Bewegung ist, ziehst du automatisch die Blicke drauf. Das ist der Fokus.

Entscheide selbst.

Sollen die Leute deinem Hund zu schauen, wie er zurück kommt oder ist es spannender dich bei einem Scheibentrick zu beobachten? Aus dem Trick heraus bekommt der Hund die Scheibe. Somit liegt der Fokus zu diesem Zeitpunkt zuerst auf dir und anschliessend auf deinem Hund.

Baue spannende Bewegungen ein,
welche die Blicke der Zuschauer auf sich ziehen!

Sprich mit mir

Für uns selbstverständlich und trotzdem geht das Lob in voller Konzentration immer wieder verloren. Dein Hund arbeitet mit dir, er schenkt dir seine Aufmerksamkeit. Er versucht zu verstehen was du von ihm willst und wiederholt den Trick auch zum 10x.

Und, wenn es nicht klappt. Wie oft liegt es wirklich am Hund? Meistens hast doch du es vermasselt.

Lobe deinen Hund, sag ihm und zeig ihm, dass er es gut macht und du total stolz auf ihn bist.

Wir habe auf dem Feld schon beobachtet, dass sich die Spieler beim Hund entschuldigen, wenn eine Scheibe scheisse war. Klar, der Hund versteht das nicht. Uns zeigt es aber, dass hier ein Team steht und dass die Beiden zusammen arbeiten und sich gegenseitig wertschätzen.

Sprich mit deinem Hund. Sag ihm, was du von ihm willst. Baue für verschiedene Tricks Kommandos auf. Lobe ihn.

Es gibt Spieler, die sagen ihrem Hund während des Spiels die ganze Kür vor. Dies hilft nicht nur deinem Hund sondern auch dir. So bleibst du im Fluss und weisst was als nächstes kommt.

Lob, Kommandos und Entschuldigungen bilden die
Kommunikation zwischen dir und deinem Hund.
Das nennen wir Teambildung!

Teilnehmer-Rückmeldungen

„Anders als viele Menschen mit überragenden Fähigkeiten ist Adrian kein Selbstdarsteller. Er hat die Gabe, auf deine Probleme einzugehen, sie blitzschnell zu erfassen und auf dich zugeschnittene Lösungen anzubieten. Er nimmt den Faden exakt dort auf, wo du nicht weiterkommst. Am Schluss weisst du genau, wie du deine Kür oder deine Würfe entscheidend verbessern kannst. Und nebenbei bringt er noch neue Elemente ein, welche dich für die folgenden Wochen in Atem halten!“

„So wie er die Tricks und Würfe erklärt, beziehungsweise rüberbringt geht es fast nicht besser. Er ist unermüdlich und ich habe selten jemanden erlebt, der sein Geld mit soviel Spass an der Arbeit verdient.“

Hast du Fragen oder möchtest du uns deine Erfahrung mitteilen? Gerne kannst du dies als Kommentar unter diesem Artikel machen. Welcher Abschnitt hat dir am meisten geholfen, dir die Augen geöffnet? Wo bist du anderer Meinung?

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Sandra und Sandro beschäftigen sich seit 2007 aktiv mit Hundefrisbee. Sandra agiert hinter der Bühne und Sandro steht auf der Bühne. Im Mittelpunkt stehen die zwei Hunde Chetana (Toller) und Sammy Lee (Wäller).

disc-dog@greenmail.ch
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Sandra und Sandro beschäftigen sich seit 2007 aktiv mit Hundefrisbee. Sandra agiert hinter der Bühne und Sandro steht auf der Bühne. Im Mittelpunkt stehen die zwei Hunde Chetana (Toller) und Sammy Lee (Wäller). disc-dog@greenmail.ch

9 Kommentare zu “DiscDog-Leitfaden – aus dem Seminar mit Adrian Stoica [Teil 1]

  1. ganz dickes Lob. Sehr schön geschrieben, direkt, auf den Punkt.
    Respekt!!!
    Eine Lektüre für JEDEN DiscDogger
    Danke

    • Hallo Didi

      Danke für deine Rückmeldung. Es freut mich, dass wir das Thema auf den Punkt bringen konnten. So haben die Teilnehmenden eine kleine Zusammenfassung. Es gibt ja immer so viel spannendes an solch einem Seminar und selbst verpasst man einiges, weil man gerade mit dem Hund draussen war. Oder, weil man selbst mit Aufschreiben beschäftigt ist. Schöner Nebeneffekt, die Leute, welche nicht dabei sein konnten haben jetzt auch noch was davon.

      Liebe Grüsse
      Sandra

  2. hi ihr´s,

    so, auch ich habe es mal überflogen, weil wir uns gewundert haben, nichts vom seminar zu hören, jetzt wissen wir es 🙂

    das sind viele basics, aussagen, die wir ja auch über jahre hinweg
    beigebracht bekommen haben, beigebracht haben die in unserer gruppe waren und bereitwillig es versucht haben umzusetzen.
    trotzdem muss ich feststellen, nach dieser längeren zeit wo wir ein bisserl abstand gewonnen haben, das sich einiges immer noch so gehändelt wird.

    wir waren immer (bezeichnung oldschool), ja sind oder waren wir, weil wir selbst eingetrichtert bekommen haben, wenn du den wurf nicht beherrscht, brauchste mit den overs oder vaults gar nicht erst anfangen, wegen des timings, ja ist so, und trotzdem haben wir uns immer wieder gewundert (laut fotos gut erkennbar) das vaults eingeübt werden obwohl es deutlich erkennbar ist das die scheibenhöhe nicht stimmt, etc.

    auch zu dem kopieren der tricks, etc. ja wie oft haben wir das festgestellt, wohl normal, auch nicht schlimm, nur auch hier deutlich erkennbar: warum muss ich diesen trick kopieren, weil es toll oder spektakulär ausgesehen hat, bei mir aber (da es nicht gut klappt oder noch nicht reif ist zum öffentlichen zeigen) es vollkommen abgekupfert und nicht „eigen“ ausschaut.
    ja ist so, auch ich muss selber eingestehen, das ich immer froh war von jemanden angeleitet zu werden/wurden, hilfreiche tipps bekommen zu haben obwohl wir zu diesem zeitpunkt selber auch eine gruppe hatten und dieser in den einstieg des discdoggings geholfen haben. weil ich bin auch so ein mensch “ ich sehe vor lauter wald , meinen eigenen baum nicht“ und das hat mir oft sehr vieles versaut !

    fakt ist für mich , nach überfliegen dieser einzelnen kapitel, ja ich stimme diesen voll zu, erfreue mich daran , wenn jemand so arbeitet und versucht das discdoggern beizubringen. aber oft ist es so, das man seine eigenen erfahrungen machen „muss“ und dabei kann dir keiner helfen, weil wenn man alleine mit seinen hund da draussen steht (sprich beim turnier 😉 dann kommt es auf dich selber an und wir wissen alle, alles was man vorher eingeübt, probiert, usw. hat kann sehr weit weg sein !

    • Hallo Carola

      Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Schön zu sehen, dass die heutigen Seminarleiter teilweise nach den gleichen Philosophien arbeiten wie vor einigen Jahren schon. Somit hat sich das bewährt und ist auch heute noch ein guter Weg um ans Ziel zu kommen.

      Liebe Grüsse
      Sandra

  3. Doch, ich bin Adrian ;-).
    Aber eben nicht der Adrian. Und nach dem tollen Artikel finde ich es noch doofer, dass ich als Adrian nicht am Seminar von Adrian teilnehmen konnte.
    Danke für den Artikel. Das ermutigt direkt zum Scheibenwerfen.

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