Stirbt die DiscDog-Beginner-Klasse aus?

Gelsenkirchen 2009

Drei Wochen ist es her seit unserem letzten Artikel. Kannst du dich noch erinnern? Es ging um die Frage was ein Beginner ist und wie lange ein Team bei den Beginnern starten soll, darf.

DiscDog-Sportsgeist und Fairness: die geheimen Zutaten für einen Aufstieg

Beim Schreiben des damaligen Artikels sind noch Themen übrig geblieben. Und deshalb setzen wir genau dort an.

Ab heute gibt es keine Beginner mehr – eine Klasse für Alle

Was wäre, wenn es die verschiedenen Stufen nicht gibt? Wie würde ein Start aussehen, wenn alle in der gleichen Kategorie gewertet werden?

Nein, das ist keine gute Idee.

Dies war jahrelang meine Meinung. Aber, würde es nicht doch klappen und sogar einiges einfacher machen?

Die Richter haben ihren Bereich von 1 – 10 welchen sie zum Bewerten nutzen. Dies lässt einigen Spielraum zu. Im Moment ist es so, dass selten der ganze Range genutzt wird. Oder hast du schon mal auf einem AWI oder UFO Score Sheet eine 2 gesehen?

Aktuell würdest du eine 2 als schlecht anschauen. Dich fragen, ob der Richter bei Sinnen war oder ob du eine miese Leistung gezeigt hast. Was aber, wenn Anfänger und Open in der gleichen Klasse spielen?

Dann bekommt die 2 eine andere Bedeutung. Es heisst, dass du im Vergleich zu den Top Spielern Luft nach oben hast. Du kommst noch nicht an die Leistungen dieser Spieler ran. Was als Anfänger ja auch gar nicht möglich ist.

Die Angst vor dem ersten Start

Natürlich kann es eine Angst auslösen. Du stellst dir die Frage, ob du schon bereit bist für einen Start. Auch fragst du dich, was du alles Können und zeigen musst um überhaupt zu starten.

Meine Befürchtung liegt auch darin.

Bringt ein Anfänger den Mut auf um zusammen mit den Top Spielern zu starten? Oder passiert es, dass die Anfänger erst nach einem oder zwei Jahren Training das erste Mal starten? Halt erst dann, wenn Sie schon so gut sind wie die Top 10 Spieler?

Und dann ist da noch der Gedanke des Siegens. Wir alle streben nach Anerkennung und wollen gerne mal die Besten sein. Eine Medaille gleich auf dem ersten Turnier oder im ersten Jahr, wird wohl ganz wenigen Neulingen gelingen. Vielleicht sogar nie gelingen.

Wie sind deine Gedanken? Bist du froh, dass es Anfänger- und Open-Klassen gibt? Würdest du die Idee von nur einer Klasse begrüssen?

Die ewigen Beginner

Es gibt Teams, welche Jahr für Jahr bei den Beginnern starten. Hier kann ich definitiv nicht mehr von Neulingen sprechen. Diese Spieler sind lange in der Szene und kennen sich bestens aus. Trotzdem haben sie ihren Platz bei den Beginnern.

Warum?

Der Hund

Vielleicht liegt es am Hund. Stell dir einen Mops auf dem Spielfeld vor. Ja, das gab es schon und es war herrlich zum Zuschauen. Aber, ob es der Mops aufgrund seines Körperbaus und seines Wesens in die Offene Klasse schafft?

Ausnahmen gibt es, aber ich denke es ist schon die Ausnahme, dass der Mops überhaupt die zwei Minuten Freestyle spielt.

Ich bin der Meinung, dass die Leistung des Hundes nicht darüber entscheiden soll, ob ich Anfänger oder Open starte. Dazu später mehr.

Der Spieler

Vielleicht liegt es am Spieler. Körperliche Einschränkungen lassen gewisse Tricks und Würfe nicht zu. Ich kenne einen Spieler, welcher im Rollstuhl sitzt. Und, er startet Open.

Und was ist mit Kindern? Solange es noch wenig minderjährige Spieler gibt, wird es keine eigene Kategorie für diese Junioren geben. Da bleibt leider nur die Wahl Beginner oder Open. Ich finde Kinder sollten so lange wie möglich bei den Beginnern starten.

Ja, da sie früh den Zugang zur Frisbee gefunden haben, legen sie ein grosses Wurftalent an den Tag. Aber, es sind Kinder.

Und, wenn Kinder in der offenen Klasse starten, erwarte ich von den Richtern, dass keinerlei Jö-Faktor zum Tragen kommt. Dieses Kind muss gleich wie ein Erwachsener bewertet werden. Schliesslich hat es sich für die Offene Klasse entschieden.

Das Training

Dann sind da noch das Talent, das Interesse und das Training. Ich habe weder das Talent zum Werfen, noch das Interesse für die Würfe. Dadurch streike ich beim Wurftraining. Ich bin ein gutes Beispiel für eine ewige Beginnerin.

An meinem einmaligen Start bin ich in der Offenen gestartet. Für mich war die Klasse nicht wichtig. Ich habe einfach meinen erfahrenen Hund auf dem Feld bewegt und wir hatten Spass.

Ich habe den letzten Platz belegt!

Du nimmst niemandem etwas weg

Aber hey, solange ein Beginner niemandem etwas weg nimmt ist es doch ok, oder? Aus welchen persönlichen Gründen auch immer. Jeder Starter macht sich seine Gedanken und entscheidet mit jeder Anmeldung neu, in welcher Kategorie er startet.

Ausser der Spieler hat sich für die Open entschieden, dann ist der Schritt zurück nicht mehr leicht. Und ich glaube das ist der Grund, warum viele Spieler sich mit dem Aufstieg schwer tun.

Schädlich für den Sport?

Ich habe von Richtern schon gehört, das Team hat ein schönes Anfängerspiel gezeigt. Das Team hat in der Open gespielt. Wäre dieses Team jetzt bei den Beginnern besser aufgehoben?

Tut es unserem Sport weh, wenn ein solches Team weiterhin bei den Open spielt? Ich finde nein. Ein schönes Spiel ist ein schönes Spiel. Egal in welcher Klasse es gespielt wird. Nur mit dem Gewinnen des Blumentopfs wird es schwierig.

Entscheide wie lange du zu den Beginnern, Neulingen gehören willst und ob du den Schritt in die Offene wagst. Solange du nicht ständig bei den Beginnern platziert bist, nimmst du niemandem was weg.

Sei dir bewusst, dass der Beginner eigentlich ein Neuling ist und frage dich, ob du ein Neuling bist. Woran liegt es, dass du noch immer ein Beginner bist? Was kannst du tun um die Situation zu verändern?

Mein Neuer kann noch nicht so viel

Stell dir einen der Top 10 Spieler vor. Nun hat dieser einen neuen Hund und startet das erste Mal mit diesem Hund.

Anfänger?

Nein, für mich nicht. Denn, dieser Spieler hat bewiesen, dass er werfen kann. Auch hat er bewiesen, dass er seinen Hund aufbauen kann und mit ihm zu einem Team wird.

Klar, der neue, vielleicht sogar junge Hund, kann noch nicht viel. Auch wird hoffentlich das Spiel entsprechend angepasst.

Nichts desto trotz gehört für mich dieses Team aus den oben genannten Gründen in die Offene Klasse.

Dies gilt auch für einen nicht Top 10 Open-Spieler.

Von einem Spieler in der Offenen Klasse erwarte ich, dass er mit seinem neuen Hund eine entsprechende Leistung zeigen wird. Denn, der Mensch hat das Know How und das Training. Er ist kein Neuling mehr.

Und, ist es ein Problem im hinteren Drittel zu landen? Ich bin mir bewusst, dass mein neuer Hund noch nicht an die Leistungen meines erfahrenen Hundes anknüpfen kann.

Es ist doch schön zu sehen, wie du zusammen mit deinem neuen Hund immer weiter nach vorne aufsteigst. Das Rüstzeug hast du.

Regelwerk und Ausschreibung checken

Einige der in diesem Artikel erwähnten Punkte sind in den verschiedenen Regelwerken geklärt. Einige Punkte geben die Veranstalter vor. Achte vor einer Anmeldung darauf und kontaktiere bei Unsicherheit den Veranstalter oder Regelwerks-Verantwortlichen.

Nun bin ich auf deine Rückmeldung unten im Kommentarfeld gespannt. Was war für dich der ausschlaggebende Punkt in der Offenen zu starten? Oder was ist für dich der Grund eben noch nicht bei den Open zu starten?

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

4 Replies to “Stirbt die DiscDog-Beginner-Klasse aus?”

  1. Huhu Sandra,
    mein erster Start wird mit Fenix auch Beginner sein …
    Weil ICH immer so aufgeregt bin, nimmt mir das vielleicht ein bisschen Druck?! Fenix wird super sein und ich die Würfe versemmeln … 😀
    Aber ich finde, es sollte jeder nach ein paar Starts überlegen, ob er wirklich noch Beginner ist!
    Und vor allem: Vaults sollten bei Beginnern für mich ABWERTEND gerichtet werden. Wer Vaults zeigt, ist KEIN Beginner! Warum trainiere ich Vaults statt ne schöne Rückhand??? Wir sind beim DISCdogging, da hat die Scheibe Priorität, nicht der Körperabsprung. Ich finde es immer schade, wenn da Vaults gezeigt werden, die dann mit schlecht geworfenen Scheiben einher gehen.

    • Hallo Linda

      Finde ich absolut richtig, wenn du mit Fenix bei den Beginnern startest. Schliesslich bist du zwar schon eine ganze Weile dabei, aber auf dem Spielfeld zu stehen ist doch nochmals was Anderes.

      Es ist schön zu sehen, was die heutigen Beginner alles können und auf dem Spielfeld zeigen. Ich gebe dir recht, dass gewisse Tricks zu früh gezeigt werden. Viele Anfänger streben den Open-Spielern nach und wollen möglichst schnell die gleichen Tricks beherrschen. Schliesslich sehen die Sachen auch echt cool aus.

      Nur, worauf bei den Tricks geachtet werden muss, wo die Schwierigkeiten liegen und dass gewisse Tricks auch gefährlich werden können, daran wird nicht gedacht.

      Ein schönes Beginnerspiel ist für mich immer noch, wenn ganz einfache Basics gezeigt werden. Bespasse deinen Hund zwei Minuten lang auf dem Feld.

      Also ich habe es schon erlebt, dass Punkte abgezogen wurden, weil ein Vault nicht sauber ausgeführt war. Und genau darum geht es. Es soll den Beginnern nicht verboten sein. Es muss aber sauber aufgebaut und ausgeführt werden. Ist es das nicht, gehört es nicht auf das Feld.

      Liebe Grüsse
      Sandra

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