6 Wege, um deine Erwartungen an ein Seminar zu erfüllen

Hundefrisbee Seminar von DiscDog-EventsDu hast Geld bezahlt für dieses Seminar – nicht gerade wenig. Am Schluss bleiben dir zwei kurze Einheiten mit deinem Hund. Auf deine Wünsche ist der Seminarleiter nicht eingegangen.

Es war ein Flop!

Warum haben wir nach dem Besuch eines Seminars das Gefühl, nicht richtig profitiert zu haben?

Weil du die Zeit nicht sinnvoll genutzt hast.

Stimmt nicht? Stimmt sehr wohl – ich beweise es dir.

1. Vorbereitung – was erwarte ich

Stell dir vor, du hast den Seminarleiter zwei Tage lang für dich alleine. Was für Fragen stellst du? Welche Elemente schaust du mit dem Seminarleiter an? An welchen Themen arbeitet ihr?

Spiele deine Sets/Kür mit deinem Hund. Notiere dir, welche Elemente nicht funktionieren oder wo nach Schwachstellen sind. Passen die Übergänge? Was ist mit den Würfen? Musst du noch einen speziellen Trick aufbauen?

Nun spielst du nicht, du stellst dir deine Sets/Kür nur vor. Alles läuft so wie du es dir wünscht, es ist perfekt. Wo weicht die Realität von deiner Vorstellung ab? Merke dir diese Punkte.

Schaue dir andere Teams an. Was gefällt dir und was würdest du gerne umsetzen? Merke dir auch, was du doof findest und nie machen würdest.

Bringe die Eindrücke und Ideen auf einen Zettel. Notiere auch, was dir nicht gefällt. Kannst du in deinen Notizen Themen erkennen? Gruppiere deine Notizen zu den einzelnen Themen.

Nun hast du leider nicht zwei Tage alleine mit dem Seminarleiter. Du musst ihn teilen und dich einschränken. Welche Themen brennen dir unter den Nägeln? Was willst du unbedingt in diesem Seminar anschauen?

Wie sieht es am Ende des Seminars aus. Träumen wir ein bisschen. Was hast du alles gefragt, geübt und ausprobiert? Formuliere daraus und aus den vorangegangenen Übungen deine Ziele für das Seminar.

Sei ganz konkret – nagle dich fest. Werde smart!

Ziele sind: Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminierbar

Spezifisch: Benenne dein Ziel genau, es geht nicht um Overs, das ist zu generell. Es geht um den Overknie. Würfe lernen ist nicht genau. Den Chickenwing willst du erlernen.

Messbar: Wie lässt sich messen, ob du dein Ziel erreicht hast? Bringe eine Zahl mit ein. An den Übergängen arbeiten ist nicht messbar. 3 verschiedene Übergänge in die Kür einbauen jedoch schon.

Akzeptiert: Wozu sind du und dein Hund in der Lage? Es bringt nichts, etwas aufbauen zu wollen, was nicht möglich ist. Du hast Rückenprobleme und willst einen Backvault aufbauen? Magst du diesen überhaupt stehen?

Realistisch: Du weisst wie viel Aufwand es ist eine Kür zusammen zu stellen. Du hast erlebt, wie lange es dauert einen schwierigen Wurf zu erlernen. Dein Ziel muss für den gegebenen Zeitraum realistisch umsetzbar sein. Was lässt sich schaffen und erreichen?

Terminierbar: Bis wann willst du dein Ziel erreichen? Am Ende des Seminars, eine Woche nach dem Seminar? Nach der ersten Runde mit dem Seminarleiter, bis zum nächsten Turnier am 01.01.2018.

Wir sind uns einig, du willst Overs lernen. Dies ist kein smartes Ziel. Dein Ziel könnte lauten:

Ich will 3 verschiedene Over (Bein, Rücken und Arm) mit geworfener Scheibe und springendem Hund am Ende des Seminars zeigen.

Bring deine Ziele zum Seminar mit!

2. Können meine Erwartungen erfüllt werden?

Kennst du den Seminarleiter? Kann er deine Ziele erfüllen? Informiere dich vorgängig über den Seminarleiter und nimm gegebenenfalls Kontakt mit ihm auf.

Kannst du nicht an deinen Zielen arbeiten, setze dir neue Ziele oder suche dir einen anderen Seminarleiter.

Das Gleiche gilt für das ausgeschriebene Seminarthema. Es wird dir nicht viel bringen, auf einem Minidistance-Seminar verschiedene Overs als Ziel zu haben. Formuliere deine Ziele passend zum Thema oder suche dir ein passendes Seminar zu deinen Zielen.

3. Sprich mit mir – erzähl mir was du erwartest

Der Tag ist gekommen und du sitzt mit weiteren Teilnehmern am Tisch. Der Seminarleiter hat gerade die Teilnehmer begrüsst. Nun fragt er was du vom Seminar erwartest.

Stell dich kurz vor, teile mit woran du gerade arbeitest und wo die Knackpunkte im Hundefrisbee liegen. Nenne deine konkreten Ziele.

Wenn der Seminarleiter nicht weiss, was dein Ziel ist, wird er kaum darauf hinarbeiten. Er sieht sich dein Spiel an und denkt sich, an den Übergängen und Würfen könnten ihr arbeiten. Er weiss nicht, dass dir die verschiedenen Overs wichtig sind.

Klar kann es sein, dass der Seminarleiter dir sagt, dass dein Ziel in der vorgegebenen Zeit oder mit deinem aktuellen Können schwierig zu erreichen ist. Vielleicht musst du deine Ziele nochmals überdenken und zusammen mit dem Seminarleiter neu definieren.

Es macht keinen Sinn, einen Vault aufzubauen, wenn du gerade erst mit Hundefrisbee angefangen hast und die Würfe noch nicht sitzen. Vertraue auf das Wissen des Seminarleiters.

4. Zuhören, zusehen, austauschen, nachfragen

Habe deine Ziele im Hinterkopf. Wenn du aktiv mit dem Seminarleiter arbeitest versuche auf deine Ziele zu kommen. Zu schnell schweift man ab. Sei aber nicht zu verbohrt auf dein Ziel, gib dem Seminarleiter den nötigen Spielraum. Schau was dabei raus kommt. Schweift ihr zu sehr ab, bringe dein Ziel wieder in den Vordergrund.

Setze dich nach der aktiven Runde hin und überlege, was du gerade gehört, gesehen und erlebt hast. Mach dir Notizen. Zu schnell hast du wichtige Details vergessen. Noch besser, frage einen anderen Teilnehmer, ob er deine Sequenz filmt.

Ist dir etwas nicht klar oder verstehst du den Zusammenhang nicht? Frag bei der nächsten Möglichkeit nach. Notiere die Frage, so geht diese nicht vergessen. Du kannst nicht gleich aufspringen und den Seminarleiter fragen. Dieser arbeitet bestimmt schon mit dem nächsten Team.

Du profitierst viel von den anderen Teams. Schaue aufmerksam zu und höre, was gesagt wird. Auch wenn es nicht dein Thema ist. Wer weiss, in drei Monaten bist du vielleicht gerade an diesem Punkt.

Schule dein Auge. Als aussenstehender siehst du mehr als wenn du direkt involviert bist. Hast du gesehen, dass der Spieler die Frisbee für den Over zu spät geworfen hat? Was der Seminarleiter gerade zeigt oder erklärt, hast du das auch erkannt?

Mach dir Notizen. Was ist dir aufgefallen, wie hat der Seminarleiter etwas erklärt und was kann das Team verbessern? Welche Punkte nimmst du für dich raus?

Nimm dir Zeit dich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen. Jeder trägt Wissen in sich. Nutze dieses Wissen. Frage die Leute, wie sie das Problem gelöst haben oder wo die Schwierigkeit lag. Lass dir Würfe und Tricks zeigen.

Frag die Leute, ob sie bei deiner Sequenz zuschauen und dir anschliessend Rückmeldung geben. Du wirst sehen, da kommt noch viel mehr zusammen. Höre aktiv zu, ohne dich zu erklären. Nimm es auf – ohne zu hinterfragen.

Wir wollen uns entschuldigen und aus der Situation rausreden. Der Over klappt nicht, weil die Halle zu klein ist oder weil dein Hund das nicht kann.

Hör auf damit. Du musst dich nicht erklären. Du bist hier, weil etwas noch nicht funktioniert und du es lernen willst. Lass dich darauf ein. Frage nach, wenn dir etwas nicht klar ist.

5. Sind meine Erwartungen erfüllt – was nehme ich mit?

Das Seminar ist am Ende angekommen. Da du ein messbares Ziel hast, überprüfe ob du dein Ziel erreicht hast. Unklarheiten beantwortet dir der Seminarleiter.

Zwei Tage nach dem Seminar setzt du dich mit deinen Notizen und Filmen hin. Sind deine Ziele erreicht? Wo fehlt es noch? Definiere daraus gleich neue Ziele für das nächste Seminar oder für das nächste Training.

Warum hast du dein Ziel nicht erreicht? War es zu ungenau? Bist du während des Seminars davon abgekommen? Ist der Seminarleiter nicht darauf eingegangen? Hast du dir ein unerreichbares Ziel gesetzt?

Lerne daraus und ändere dein Ziel oder versuche es mit einem anderen Seminarleiter. Vielleicht musst du deine Einstellung ändern.

Was ist vom Seminar hängen geblieben? Was ist dir noch präsent? Welche Notiz ist wertvoll und wichtig? Schreibe dir diese Punkte auf und arbeite daran. Dies sind die nächsten Trainingseinheiten.

Tausche dich weiter mit DiscDoggern aus. Und sicherlich hilft dir der Seminarleiter via Mail oder Telefon weiter.

6. Ein Jahr später

Nimm deine Notizen zur Hand. Kannst du alles abhacken oder gibt es Punkte, welche noch nicht funktionieren? Hast du beim Durchlesen ein Aha-Erlebnis? Diesen Over wolltest du schon lange in deine Kür einbauen – tue es!

Ist es an der Zeit neue Ziele zu definieren? Auf dem bereits Gelernten und Umgesetzten aufzubauen? Besuch ein weiteres Seminar.

Fazit

Ich habe viele Seminare besucht und noch mehr Seminare geleitet. Und ja, es gibt sie – diese Seminare, die keinen Spass machen und nichts bringen. Rausgeworfenes Geld!

Aber, die sind echt selten und werden für mich weniger.

Ich habe es in der Hand, wie ich in ein Seminar gehe, was ich vom Seminar erwarte und was ich bekomme. Ich alleine entscheide, was ich aus dem Seminar mitnehme und wie ich die Zeit am Seminar nutze.

Je besser ich mich mit meinen Erwartungen und Zielen auseinandersetze, umso mehr profitiere ich vom Seminar – und zwar von jedem Seminar.

Wann beginnst du für deine Ziele einzustehen?

Ich freue mich auf die Teilnehmer des Indoor-Seminars mit Adrian Stoica am 17./18. Februar in Sommeri. Das wird ein lehrreiches Wochenende.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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