Die Anfänger-Klasse im Hundefrisbee ist tot – es lebe die Fun Klasse

Fun Klasse im HundefrisbeeHundefrisbee bleibt nicht stehen. Immer wieder entwickeln sich neue Idee und neue Formate. Auch in der Schweiz hält ein neues Format Einzug.

Die Swiss Discdog Challenge bietet 2017 statt einer Beginner-Klasse eine Fun-Klasse an.

Gut, die Idee der Fun-Klasse ist nicht komplett neu, aber in der Schweiz wird diese bist jetzt noch nicht angeboten.

Als ich von der Fun-Klasse gelesen habe, fand ich es nicht gut! Warum?

Die bestehenden Kategorien und die neue Idee

Aktuelle haben wir auf vielen Turnieren eine Klasse für die Anfänger und eine Klasse für die Open-Spieler. In der Anfängerklasse starten die Leute, welche in den Sport einsteigen und ihre ersten Turniererfahrungen sammeln. Du wirst nach dem ausgeschriebenen Regelwerk bewertet und bekommst deine Punkte. Daraus ergibt sich eine Rangliste und die ersten drei werden ausgezeichnet.

Wenn ein Anfänger genug Erfahrung gesammelt hat, wechselt er in die Open-Klasse. In der Open finden die ganzen Qualifikationen für die Europa- und für die Weltmeisterschaften statt. Schliesslich macht es keinen Sinn einen Anfänger-Europameister zu haben, grins. Auch hier gibt es nach ausgeschriebenem Regelwerk Punkte und eine Rangliste. Die ersten drei werden ebenfalls ausgezeichnet.

Die Anfänger-Kategorie wird bei der neuen Idee durch die Fun-Klasse ersetzt. Die Klasse steht jedem offen. Der entscheidende Unterschied: es gibt keine Punktebewertung und somit keine Rangliste. Du bekommst ein Feedback zu deinem Spiel, aber du kannst nicht gewinnen oder verlieren.

Die Probleme im bestehenden System

Die Kategorien Beginner und Open geben zu Reden. Wann ist der Moment für einen Aufstieg in die Open-Klasse? Darf Person X nach zwei Jahren noch bei den Anfängern starten?

Ist jemand, welcher sich über längere Zeit aktiv mit dem Sport beschäftigt, Seminare besucht, regelmässig trainiert und sich informiert ein Anfänger? Das Spiel reicht nicht für die vorderen Ränge, warum auch immer. Aber bist du von der Idee her ein Anfänger, Neueinsteiger?

Was ist, wenn jemand Seminare gibt und Leute trainiert, aber noch bei den Anfängern startet? Ist komisch, oder? Wobei ich darin eigentlich kein Problem sehe.

Du hast einen neuen Hund, dieser hat noch keine Erfahrung im Turniersport. Darfst du jetzt wieder bei den Beginnern starten? Du spielst ein Regelwerk, welches dir neu ist, bist du deshalb ein Anfänger?

Häufig geben die Regelwerke keine abschliessende Antwort. So ist es dem Spieler und dem Veranstalter überlassen. Eine unbefriedigende Situation.

Für mich klar, wenn ein Spieler bei den Anfängern mehrmals platziert war, ist ein Aufstieg fair. Du hast es dir verdient! Du hast dich hochgearbeitet und darfst jetzt in der Open spielen. Nimm den Neueinsteigern nicht die Chance auf einen Sieg.

Der Druck ist zu gross – der Spass bleibt auf der Strecke

Im Hundefrisbee gibt es viele Spieler, welche in der Open-Klasse spielen, sich aber nicht wohl fühlen. Sie halten dem Druck nicht stand und kämpfen mit grosser Nervosität. Oder Leute, welche körperliche Einschränkungen haben. Und, was ist mit den alten Hunden?

Einfach alles wird in diese eine Kategorie gesteckt und miteinander gemessen. Bei anderen Sportarten findest du das nur selten. Dort gibt es weitere Kategorien um die Starter besser aufzuteilen.

Leute hätten mehr Spass am Sport, wenn sie nicht um WM-Punkte ringen. Wenn sie nicht mit den Top 10 Spielern in der gleichen Kategorie sind. Und, wenn sie sich nicht messen müssen?

Oft höre ich, wenn ich könnte würde ich lieber bei den Beginnern starten. Dies ist nicht möglich. Wer Open spielt, kann nicht zum Anfänger werden.

Die Chancen der Fun-Klasse

Nun ist da diese Fun-Klasse – offen für alle. Du kannst auf dem Turnier starten, dich den Spielern, Zuschauern und Richtern zeigen. Du bekommst am Schluss eine Rückmeldung zu deinem Spiel. Wie das aussieht, weiss ich nicht.

Ich würde mich nach dem Gesamteindruck richten, positive Sachen rückmelden und dir aufzeigen, wo du dich noch verbessern kannst. Denn, dieses Feedback ist wertvoller als jede Platzierung.

Du liebst es mit deinem Hund Frisbee zu spielen. Aber es ist ätzend auf den hinteren Plätzen zu landen. Auch magst du dich nicht dieser Konkurrenz stellen. Du bist es leid und überlegst, ob du noch starten sollst.

Ja, bitte mach weiter. Es wäre schade um den Spass, den du mit deinem Hund hast. Und ich weiss, du hast Spass. Nur nicht auf dem Turnier. Du willst dich nicht messen. Du willst nicht wissen, ob du Erster oder Letzter bist.

Was, wenn du jetzt in der Fun-Klasse startest?

Sämtlicher Stress fällt von dir ab. Du musst nicht besser sein als X oder Y. Du musst nicht vorne mit dabei sein. Klar, die Nervosität auf dem Feld bleibt trotzdem. Aber sie wird schwächer sein. Du wirst das Spiel mit deinem Hund geniessen und dich auf den Start freuen.

Oder was ist mit dir, du mit deinem operierten Rücken oder deinem kaputten Knie? Deine Bewegung reicht nicht mehr für ein Top10 Spiel. So schön ist es, ohne Druck auf Platzierungen zu spielen.

Dein Hund hat viele Turniere bestreitet, er ist nicht mehr der Jüngste, liebt aber die Scheibe und vor allem den Turnierstart. Muss sich dieser Hund noch mit den Grossen messen? Müssen wir alle zusehen, wie dieser Hund, welcher viel gewonnen hat, immer weiter nach Hinten durchgereicht wird?

Es heisst, aufhören, wenn es am Schönsten ist. Nun kannst du in der Fun-Klasse mit deinem Hund Spass haben. Ohne, dass du den Druck hast zu gewinnen.

Fazit: Tolle Idee

Ja, ich fand die Idee zuerst doof. Warum erhalten die Beginner keine Punkte mehr? Warum gibt es keine Rangliste? Dürfen die Anfänger nicht mehr gewinnen? Muss jetzt ein Beginner direkt in die Open-Klasse, wenn er wissen will wo er steht?

Wie du beim Lesen gemerkt hast, ich habe darüber nachgedacht. Ich habe die Idee auf mich wirken lassen. Und, ich finde es super.

Es ist ein anderer Ansatz und dieser wird vielen Leuten den Druck nehmen und die Freude zurück geben. Davon bin ich überzeugt.

Ich finde auch die Anfänger-Klasse immer noch gut. Und es gibt genug Turniere, welche mit den gewohnten Klassen durchgeführt werden.

Ein wichtiger Faktor sind die Richter. Für die Fun-Klasse braucht es nicht zwingend Richter, welche eine Qualifikation nach UFO, USDDN oder AWI haben. In meinen Augen braucht es Leute, welche sich gut im Hundefrisbee auskennen und länger dabei sind.

Richter, welche einen grossen Erfahrungsschatz im Hundefrisbee mitbringen. Und Richter, welche ein qualifiziertes Feedback rüberbringen. Klar, es ist die Fun-Klasse, es geht um nichts.

Für mich geht es hier um viel. Es ist eine Rückmeldung zu deinem Spiel. Eine Wertschätzung was du gut machst und es zeigt dir Verbesserungen auf.

Das neue Angebot bereichert den Sport. Ich bin gespannt, wie die Fun-Klasse umgesetzt wird und wie sich diese entwickelt.

Bist du bereit für die Fun-Klasse oder hast du schon lange auf diese Klasse gewartet? Wagst auch du jetzt endlich mal wieder einen Start?

Ich freue mich drauf.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

One Reply to “Die Anfänger-Klasse im Hundefrisbee ist tot – es lebe die Fun Klasse”

  1. 🙂 eines unserer Turniere, war es, welches die Fun class hervorgebracht hat. .. und genau das, was du beschreibst, war Set Gedanke *.* sehr schön umschrieben… ich könnte noch die Namen benennen, die uns dazu bewogen haben… sowohl der Zwei-als auch der Vierbeiner. ..

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