Hundefrisbee-Basic: 10 Wege zu einem erfolgreichen Aufbau [Teil 1]

Sandro und Chetana spielen Dogfrisbee
Foto by Rosmarie Hürner

Eine gute Basis ist die Grundvoraussetzung für ein spannendes Frisbeespiel, welches dir und deinem Hund Spass macht.

Was gehört alles zu einer guten Basis?

Du brauchst nicht 34 verschiede Würfe – konzentriere dich auf die Basiswürfe

Die Frisbee gehört in die Luft. Du musst lernen die Disc kontrolliert zu werfen. Es gibt viele verschiedene Würfe und alle machen Spass. Konzentriere dich zu Beginn auf wenige Würfe.

Dazu gehört die Rückhand. Diesen Wurf machst du wahrscheinlich automatisch wenn du eine Frisbee in die Hand nimmst. Du hast früher in der Badi schon Frisbee geworfen und kennst diesen Wurf.

Weiter solltest du den Roller kennen und können. Dies ist zwar nicht direkt ein Wurf, die Scheibe rollt über den Boden statt zu fliegen. Du nimmst die Scheibe wie bei der Rückhand zwischen deine Finger. Statt die Frisbee zu werfen stellst du diese auf und gibst sie Richtung Boden abrollend frei.

Der Heber darf für die Basis nicht fehlen. Auch hier wendest du den Griff wie bei der Rückhand an. Statt die Scheibe in die Weite zu werfen, gibst du die Frisbee an Ort und Stelle in die Höhe ab.

Kurze Würfe helfen dir ebenfalls. Mache eine Rückhand auf kurze Distanz, ein bis zwei Meter. So kannst du den Hund um dich rum bewegen.

Beginners zeigen bereits sehr viele verschiedene Würfe. Erschreckend ist für mich, dass diese Spieler keine gerade Rückhand und keinen schönen Heber werfen. Bleib bei der Basis. Kümmere dich um sichere Würfe und beginne erst dann mit weiteren Würfen.

Bevor dein Hund Frisbee spielt, bringst du ihm Anstand bei

Wie bei jedem Hundesport ist der Gehorsam wichtig. Ein Frisbee-Training ersetzt die Hundeschule nicht. Bevor du ans Frisbee denkst, konzentriere dich auf die Dinge, welche ein junger Hund erst lernen muss.

Du lässt deinen Hund von der Leine und dieser rennt weg. Auf dein Rufen hin zeigt er keine Reaktion. Du bereitest einen Wurf oder Trick vor und dein Hund soll im Sitz warten. Er steht auf und schnappt die Frisbee.

Dein Hund bellt dich fordernd an und beisst dir in die Hosenbeine.

Ein solches Verhalten wollen wir alle nicht. Das Frisbee-Training wird schwierig. Arbeite also erst am Grundgehorsam. Besuch die Hundeschule und trainiere den Alltag mit ihm.

Lass deinen Hund viele Erfahrungen sammeln. Er will erst sozialisiert werden und die Umwelt kennen lernen. Dein Hund soll im Alltag sicher sein. Er muss das Abschalten lernen. Pause machen.

Dies sind die Voraussetzungen, damit sich dein Hund auf einen Turnier wohl fühlt und abschalten kann. Er braucht seine Ruhe, muss sich zurückziehen und schlafen. Hat er das nie gelernt, wird es jetzt schwierig.

Die Frisbee gehört dir und genau das macht es spannend für deinen Hund

Dein Hund soll die Frisbee lieben. Er mag es in das runde Ding zu beissen und erkennt, dass er Spass zusammen mit dir hat.

Mache die Frisbee spannend indem du mit der Frisbee spielst. Gib sie nicht deinem Hund. Er darf zusehen, die Disc gehört aber dir. Wirf sie in die Luft und fange sie. Verstecke sie hinter deinem Rücken und hol sie wieder hervor.

Zeige deinem Hund, dass du richtig Spass an der Frisbee hast. Aber ohne ihn. Er bekommt die Scheibe nicht.

Pack die Frisbee weg und hole sie später, das kann einen Tag später sein, wieder hervor.

Diese Übung wiederholst du in regelmässigen Abständen. Das Interesse deines Hundes wird immer grösser.

Und irgendwann darf er die Scheibe haben. Belohne ihn, wenn er sie anstupst, reinbeisst oder einfach nur anschaut.

Dieser Motivationsaufbau kann Tage oder Wochen dauern. Vielleicht hast du einen Hund, für den ist es normal die Frisbee in den Mund zu nehmen. Dann brauchst du nicht mehr gross an der Motivation zu arbeiten.

Geben und Nehmen – baue ein Aus und ein Catch auf

Hundefrisbee spielst du mit mehreren Scheiben. Dein Hund muss lernen die Frisbee aus zu geben und sich auf die nächste Frisbee zu konzentrieren. Baue ein sauberes Aus auf. Dies kannst du über Scheibentauschen machen.

Aufbau Scheibentauschen

Setze dich mit zwei Frisbee vor deinen Hund. Halte ihm eine Frisbee hin. Wenn er sie nimmt, lässt du die Frisbee los. Zeige ihm deine zweite Frisbee und sag dein Aus-Wort. Sobald er die Frisbee los lässt, belohnst du ihn und er bekommt die zweite Frisbee.

Nun hebst du die erste Frisbee auf und wiederholst die Übung. Scheibentauschen könnt ihr immer und überall üben. Das geht sogar ohne Frisbee. Nimm ein Spieli für die Übung. Hier geht es um den Aufbau eines sicheren Aus.

Kämpfe nie mit deinem Hund um die Scheibe. Die meisten Hunde beginnen zu zergeln, wenn du die Frisbee festhältst. Du wirst es nicht schaffen, dass dein Hund loslässt. Im Gegenteil, er findet es lustig und gewinnt.

Lass ihm seine Scheibe und mache dich mit den anderen Frisbee spannend.

Dein Hund hat die Beute, haut ab und bespasst sich. Dass du weitere Frisbee hast interessiert ihn wenig. Arbeite hier über eine Schleppleine. So kannst du den Hund in deiner Nähe halten. Mache mit dem Tauschgeschäft weiter.

Sei konsequent. Es gibt erst eine weitere Scheibe, wenn dein Hund seine losgelassen hat. Werfe niemals, solange dein Hund noch eine Scheibe im Fang hat.

Viele Leute tendieren dazu, dem Hund die Scheibe über ein Leckerli weg zu nehmen. Funktioniert klasse. Du zeigst das Leckerli und dein Hund spuckt die Scheibe auf den Boden. Nur, wie willst du so ein flüssiges Spiel aufbauen? Denn, ohne Leckerli funktioniert das Aus nicht mehr.

Der Hund hat nicht wirklich das Aus gelernt. Er ist auf das Futter konditioniert.

Catch – jetzt darfst du

Zusätzliche baust du das Schnappen nach Kommando auf. Die Frisbee gehört dir. Dein Hund soll da nicht einfach reinbeissen. Oft sind in solchen unerwarteten Situationen noch deine Finger dazwischen.

Bringe deinem Hund bei, dass er auf Kommando in die Scheibe gehen darf. Das kann ein Wort, oder ein Geräusch sein. Dies gilt speziell, wenn du die Scheibe noch in der Hand hast.

Stell dich vor deinen Hund. Biete ihm eine Scheibe an, sag ihm, dass er diese nicht nehmen darf. Erst auf dein Kommando hin, beisst er in die Scheibe und du lässt los. Belohne dies.

Arbeite über Impulskontrolle. Dein Hund legt sich hin und du legst Scheiben um ihn rum. Er darf diese nicht nehmen. Du steigerst die Schwierigkeit, indem du die Scheiben wirfst. Dein Hund bleibt liegen und schnappt nicht nach den Frisbee.

Oder dein Hund sitzt neben dir. Du rollst oder wirfst eine Frisbee und dein Hund muss neben dir sitzen bleiben. Schicke ihn los die Scheibe zu holen.

Dein Hund lernt die Frisbee gehört dir und du bestimmst, wann er diese haben darf. Diese Impulskontrolle verbunden mit einem Kommando kannst du gut mit Leckerlis aufbauen.

Du lernst die einzelnen Übungen in der Hundeschule. Leg deinem Hund ein Leckerli auf die Pfoten und er muss dich anschauen. Erst auf dein Kommando hin darf er das Leckerli nehmen. Statt eines Leckerlis nimmst du jetzt eine Frisbee.

Verarsche deinen Hund nicht. Denk daran das Auslösesignal beim Frisbeespielen zu geben. Sonst ist er sich nie sicher, ob er jetzt darf oder nicht.

Und es gibt noch mehr

Lies auch Teil 2 unserer Serie: Hundefrisbee-Basic: 10 Wege zu einem erfolgreichen Aufbau [Teil 2]

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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