Vom Winde verweht – Frisbees fliegen gegen den Wind

Warum fliegt eine Hundefrisbee
Frisbee fliegen nicht immer

Eine Frisbee ist schnell gekauft und wahrscheinlich kann jeder Diese in die Luft bringen. Aber, wenn du dich richtig mit Hundefrisbee auseinandersetzen willst, kommst du um eine bestimmte Frage nicht herum: Warum fliegt die Frisbee?

Hundefrisbee sind nicht gerade schwer (zwischen ca. 90 – 150 gr.), warum also halten sich Diese stabil in der Luft und wieso schweben sie? Wie viel Einfluss hat der Wind und wie kannst du den Flug der Scheibe beeinflussen? Was für äussere Einflüsse gibt es zu beachten?

Feder oder Ball, was ist schwieriger zu werfen?
Das Wissen über die Flugeigenschaft ist entscheidend über die richtige Abwurftechnik. Hundefrisbee-Spieler beherrschen viele verschiedene Wurfvariationen. Eins vorweg: Die Flugeigenschaft einer Frisbee unterscheidet sich massgeblich von der Flugeigenschaft eines Balls oder eines Kongs.

Form und Gewicht sind wichtige Unterschiede. Eine Feder fliegt anders als ein schwerer Ball. Was ist schwieriger zu werfen und was kommt weiter? Mach gleich den Test und werfe diese zwei Gegenstände. Sobald der Gegenstand deine Hand verlässt, liegt die Flugbahn in physikalischer Natur.

1.    Abwurfgeschwindigkeit
2.    Rotationsgeschwindigkeit (Spin)
3.    Abwurfwinkel
4.    Anstellwinkel
5.    Neigung

Abwurfgeschwindigkeit
Willst du die Frisbee weit werfen, wirst du viel Energie in die Abwurfgeschwindigkeit stecken. Denn, die Abwurfgeschwindigkeit entscheidet über wie lange, wie schnell und wie hoch die Frisbee fliegt. Aber Achtung, hier kann es zu einem Überschuss kommen.

Zu viel Abwurfgeschwindigkeit mit zu wenig Rotation ⇒ Frisbee verliert Stabilität

Abwurfgeschwindigkeit, Neigung und Abwurfwinkel müssen aufeinander abgestimmt sein. Nur so kommt die Frisbee am Ziel an.

Rotationsgeschwindigkeit
Die Rotationsgeschwindigkeit (Spin) wird durch den Zwick im Handgelenk abgegeben. Nimm ein nasses Handtuch in eine Hand und mach einen seitlichen Peitschenhieb (mit einer Fitz-Bewegung), genau so entsteht der Spin.

Beim Spin (Drehgeschwindigkeit) kann es zu keinem Überschuss kommen. Je mehr Spin eine Scheibe hat, desto besser und stabiler liegt sie in der Luft. Bei weiten Würfen muss das Verhältnis zwischen Geschwindigkeit und Spin stimmen.

Notiere dir: Der Spin muss um einiges höher sein als die Abwurfgeschwindigkeit.

Abwurfwinkel
Wurfhöhe und Wurfweite definieren wir über den Abwurfwinkel der Frisbee. Bei einer nahen und mittleren Weite ist der Abwurfwinkel eher horizontal, sprich parallel zum Boden.
Bei weiten, bis sehr weiten Würfen vergrössert sich dieser.

DiscDog-AbwurfwinkelAchte darauf, dass der Winkel nicht zu steil wird. Die Scheibe wird nicht in die Weite getragen sondern kommt wie ein Bumerang zurück.

Dies kann als weitere Wurftechnik genutzt werden. Wirf die Scheibe mit einem sehr steilen Winkel nach oben, die Scheibe steigt steil in die Luft. Nachdem diese ihre Höhe erreicht hat, kommt sie wie ein Bumerang zum Abwurfpunkt oder sogar hinter den Abwurfpunkt zurück.

DiscDog-AnstellwinkelAnstellwinkel
Der Anstellwinkel beeinflusst die direkte Flugbahn der Frisbee. Als Beispiel kann hier der Bounce (Scheibe wird Richtung Boden geworfen, landet nicht sondern steigt wieder auf) genannt werden. Der Anstellwinkel beträgt fast 90 Grad beim Abwurf (stehend).

Bei einem Wurf wie Rück- oder Vorhand ist der Anstellwinkel zu ignorieren. Du musst darauf achten, dass die Scheibe möglichst gerade abgegeben wird.

Steigt deine Scheibe eher nach oben, statt parallel zum Boden zu fliegen, hast du einen kleinen Anstellwinkel drin. Sprich, die Vorderkante Scheibe ist leicht in die Höhe geneigt.

Abwurf- und Anstellwinkel hängen zusammen und müssen gemeinsam betrachtet und analysiert werden.

DiscDog-NeigungNeigung
Die Neigung der Frisbee wird durch die Stellung der Frisbeekante gegenüber deiner Hand bestimmt. Beim Abwurf sollte die Frisbee leicht nach unten geneigt sein. Die Scheibe richtet sich im Flug auf und zieht eine schöne gerade Flugbahn. Dabei ist der Spin wichtig. Je weiter eine Scheibe fliegen soll, umso geneigter muss diese abgegeben werden.

Bei Rechtshändern ist zu beobachten, dass die Scheibe nach rechts abdriftet. Dies hat mit der falschen Neigung zu tun. Meistens ist die Scheibe beim Abwurf nicht geneigt oder sogar nach oben geneigt.

Für Linkshänder gilt das Gleiche. Wenn die Scheibe eine Linkskurve macht, muss diese beim Abwurf mit einem leichten Neigungswinkel nach unten abgeworfen werden.

Warum wird die Frisbee vom Wind nicht zurück geblasen?
Kommen wir zurück zu unseren Testobjekten. Wirf einen schweren Ball, eine Feder und einen Frisbee. Du wirst drei unterschiedliche Reaktionen im Flugverhalten feststellen.

Der Ball fliegt aufgrund seines Gewichts sicher durch den Wind und lässt sich nicht von seiner Flugbahn abbringen. Die leichte Feder wird förmlich vom Wind gelenkt und schlingernd davon getragen.

Natürlich hat der Wind auch auf die Frisbee grossen Einfluss. Der Wind trägt die Frisbee mit. Trotz des geringen Gewichts, kann die Frisbee gegen den Wind ankämpfen und somit gegen die Windrichtung fliegen.

Warum also, kann dieses leichte Objekt stabil gegen den Wind fliegen und wird nicht zurück geblasen? Das Geheimnis liegt in der Gewichtsverteilung.

Betrachten wir die Frisbee im Querschnitt. Der Grossteil der Masse befindet sich im Rand und somit weit weg vom Körperschwerpunkt. Dadurch hat die Frisbee im Vergleich mit anderen gleich grossen und gleich schweren Körpern ein hohes Massenträgheitsmoment (Drehmasse).

Mit genug Spin ist die Frisbee widerstandsfähiger gegenüber äusseren Kräften wie zum Beispiel dem Luftwiederstand. Es muss verhältnismässig viel Energie in den Spin gesteckt werden damit die Stabilität im Flug erreicht wird.

Windschnittig
•    Seitenwind: trägt die Scheibe in Windrichtung
•    Frontalwind: trägt die Scheibe mit sich mit
•    Rückenwind: drückt die Scheibe Richtung Boden

Spin die Scheibe
Wir konzentrieren uns hier auf die zwei Standardwürfe Rückhand und Vorhand. Von jedem Wurf gibt es unzählige weitere Wurfvariationen. Dem Freestyle sind hier keine Grenzen gesetzt.

Entscheidend bei allen Wurftechniken ist der Spin (das Wegschleudern des Frisbees aus dem Handgelenk). Je mehr Spin du auf die Scheibe bekommst, umso stabiler fliegt Diese durch die Luft.

Die Rückhand (Backhand)
Bei diesem Wurf liegt der Daumen auf der Oberseite des Frisbees, gleichzeitig klammerst du dich mit den anderen Fingern an der Innenseite der Scheibe fest. Alternativ kannst du den Zeigefinger entlang der Tellerkante ausgestreckt lassen. Die Frisbee muss fest in der Hand liegen und es darf keine Luft zwischen Handinnenfläche und Scheibenrand haben.

Positioniere dich so, dass deine Füsse parallel oder leicht versetzt stehen und dass deine Schulter mit dem Wurfarm in Richtung Ziel zeigt. Der Arm wird in Brusthöhe von hinten nach vorne durchgeschwungen und sollte bis zum Abwurf in einer waagrechten Linie, parallel zum Boden bleiben. Also ohne Abwurfwinkel.

In dem Moment, in welchem du den Ellbogen ausstreckst, klappt das Handgelenk um, damit das Frisbee den optimalen Spin bekommt. Beim Abwurf, für grosse Weiten kannst du einen leichten Ausfallschritt machen.

Die Vorhand (Sidearm)
Dieser Griff wird im Allgemeinen auch als Pistolengriff bezeichnet. Mittel- und Zeigefinger sind ausgestreckt und klemmen das Frisbee an der Unterkante fest, während der Daumen wie bei der Rückhand auf der Oberkante aufliegt. Die anderen beiden Finger sind neben der Scheibe angewinkelt und wirken bei diesem Griff als stabilisierender Faktor.

Positioniere dich in diesem Fall so, dass du mit dem Gesicht in Wurfrichtung schaust. Ähnlich wie bei der Rückhand soll die Scheibe bei der Vorhand jedoch deutlicher nach unten gekippt sein. Nun vollführst du, hauptsächlich aus dem Unterarm (leicht durch die Schulter unterstützt), eine Bewegung in Hüfthöhe von hinten nach vorne. Die Frisbee findet auf seiner Flugbahn in die waagrechte Linie zurück und fliegt und fliegt und fliegt!

Wichtiger ist hier (noch mehr als bei der Rückhand) eine impulsive Bewegung aus dem Handgelenk. Für den optimalen Vorhandwurf ist ein hoher Spin entscheidend.

Und jetzt, nimm deine Frisbee und ab aufs Feld. Übung macht den Meister und je mehr du die Würfe trainierst, umso mehr gehen sie dir ins Blut über. So musst du irgendwann nicht mehr studieren sondern nur noch ausführen.

Was sind deine Erfahrungen? Liegt dir die Rückhand oder die Vorhand besser? Erzähle uns von deinen Erkenntnissen.

Quelle: http://wiki.ifs-tud.de/
Weitere Tipps und Tricks geben dir auch die verschiedenen Frisbee-Treffs.

Weiterlesen

Nichts mehr verpassen

Wöchentliche Tipps direkt in deine Mailbox:

• Hunde Tricks
• Tipps für den Spass mit der Scheibe
• Hunde-Gesundheit beim Sport
• Interessantes aus der Frisbee-Welt
• Testberichte und spannende Events

Sandro

Sandro

Technische Leitung bei DiscDog-Events
Seit 2008 beschäftige ich mich mit DiscDogging. Gerne probiere ich neue Tricks mit der Scheibe aus uns starte mit unseren zwei Hunden auf europäischen Turnieren.
Sandro

Über Sandro

Seit 2008 beschäftige ich mich mit DiscDogging. Gerne probiere ich neue Tricks mit der Scheibe aus uns starte mit unseren zwei Hunden auf europäischen Turnieren.

2 Replies to “Vom Winde verweht – Frisbees fliegen gegen den Wind”

  1. Pingback: 12 Hunde Tipps und Tricks die dein Leben genüsslicher machen | HundeSpass

  2. Hallo Ihr zwei
    Sehr Interessant und die Wurftechnik super erklärt vielleicht komme ich ja auch noch auf den Hund!
    Habe jetzt ja mehr Zeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*