Hundefrisbee-Rezepte: Freestyle und Minidistance

Freestyle klingt spannend. Wie muss ich mir das vorstellen? Und was ist eine mini Distanz? Fragen, welche du bestimmt auch schon beantwortet hast. Oder Begriffe, über welche du dich gewundert hast.

Ob Presse, Zuschauer, Neueinsteiger und Interessiert, alle wollen wissen, was sie erwartet und was es auf dem Turnier zu sehen gibt. Hundefrisbee verständlich erklärt.

Angaben ohne Gewähr, die Regelwerke ändern und es gibt zwischen den Regelwerken auch Unterschiede. Hier ein genereller Überblick, was wir unter Freestyle und Minidistance verstehen.

Das Freestyle-Rezept (Freestyle only und Overall)

Freestyle erfordert viel Training und Kreativität und ist für mich die Königsdisziplin im Hundefrisbee.

Adrian Stoica mit Rory, mehrfache Eurpameister und Weltmeister

Zutaten

  • 5 – 10 Frisbee
  • 1.5 – 2 Minuten
  • 1 Spieler
  • 1 Hund
  • 4 Richter
  • eigens ausgesuchte Musik

Backanleitung

Der Spieler geht mit seinem Hund aufs Feld und präsentiert den Richtern und Zuschauern seine Freestyle-Kür. Während zwei Minuten zeigt das Team zur eigens ausgesuchten Musik ihr Können. Das Grobziel ist, dass der Hund alle Scheiben fängt, welche kreativ geworfen werden. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund wird bewertet. Bewertet wird aber noch viel mehr.

Zu sehen sind spannende Wurfvariationen, Sprünge des Hundes vom oder über den Menschen. Kreative Tricks, Sprints und grossartige Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund.

Das wird von dir als Spieler abverlangt

Es gibt unzählige Handgriffe und Variationen, um die Frisbee in die Luft zu bringen. Hast du gesehen, dass eine Frisbee mit der Unterseite nach oben fliegt? Oder, der Spieler hebt sein Bein und wirft die Frisbee unter dem Bein durch.

Er wirft drei Scheiben hoch, fängt zwei und der Hund fängt die dritte Frisbee. Es gibt Spieler, die machen einen Handstand und schaffen es eine Frisbee zu werfen.

Oder, der Spieler liegt rücklings auf dem Boden und bringt eine Frisbee über sich zum schweben. Wozu das alles?

Der Hund springt ihm über die Beine, läuft durch die Beine (Tunnel), springt vom Rücken ab und jedes Mal fängt er die geworfene Frisbee. Mehr dazu beim Absatz Hund.

Schnell wird klar, der Spieler muss die Frisbee gut platzieren, damit der Hund diese im richtigen Moment schnappen kann. Der Spieler beherrscht verschiedene Wurftechniken und kontrolliert Höhe und Weite der fliegenden Frisbee. Das richtige Timing gehört auch dazu.

Wie sieht es mit der Beweglichkeit des Spielers aus? Aus welchen Positionen heraus kann er die Frisbee werfen? Du darfst gespannt sein.

Der Spieler-Richter vergibt für den Spieler Punkte von 0 – 10.

Das bringt der Hund mit

Der Hund führt verschiedene Tricks aus, steht auf der Hinterhand und fängt eine Frisbee. Er springt über den Spieler oder vom Spieler ab. Kurze Würfe wie auch Sprints bei weiten Würfen sind gefragt.

Manchmal soll die Frisbee gefangen und zurück gebracht werden, manchmal wird diese gefangen und gleich wieder losgelassen um die nächste Frisbee zu fangen. Und manchmal apportiert der Hund in die Hand des Spielers.

Der Hund ist in der Lage aus verschiedenen Positionen heraus eine Frisbee zu fangen. Während eines Sprungs, bei einem Spurt oder während er im Kreis läuft.

Der Hund muss nicht schnell sein, er soll aber von Anfang bis Ende sein Tempo beibehalten und nicht merklich langsamer werden.

Wie ist die Motivation des Hundes die Scheibe zu verfolgen und zu fangen? Wie sieht es mit der Körperbeherrschung aus bei Wendungen, Sprüngen und bei der Landung?

Der Hund-Richter beachtet die Rasse und das Alter des Hundes. Ein alter Hund ist nicht mehr so schnell, bringt konstant seine Leistung auf dem Feld und hat ein gutes Körperbewusstsein. Dies spricht trotzdem für eine gute Wertung des Hundes, auch wenn er nicht der Schnellste ist.

Der absolut perfekte Frisbeehund, der eine grossartige Leistung auf dem Feld gezeigt hat, bekommt maximal 10 Punkte – mehr geht nicht.

Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund

Für mich die Königskategorie in der Königsdisziplin und der Grund, warum ich Hundefrisbee faszinierend finde.

Hundefrisbee ist ein Miteinander. Mensch und Hund kommunizieren miteinander und bauen gemeinsam einen Tanz mit der Frisbee auf. Der Hund dreht sich und der Spieler dreht sich ebenfalls. Der Spieler schwingt sein Bein über den drehenden Hund hinweg. Der Hund springt dem auf dem Rücken liegenden Spieler auf die Füsse. Der Spieler wirft eine weite Scheibe und rennt ein Stück mit dem Hund mit.

Wie sind die Über- und Absprünge vorbereitet und ausgeführt? Beherrscht das Team verschiede Tricks und Elemente? Gibt es Variationen zwischen kurzen und langen Würfen? Ist das Spiel flüssig? Werden Richtungswechsel gezeigt?

Zeigt das Team kreative Tricks und Kombinationen?

Weiter geht es mit dem Scheibenhandling. Während diesen zwei Minuten fliegen je nach Team zwischen 20 und 30 Frisbee. Der Spieler geht je nach Regelwerk mit 7 – 10 Frisbee aufs Feld. Schnell sind diese Frisbee gespielt und liegen verstreut auf der Wiese.

Ohne Unterbruch des Spiels, muss der Spieler Frisbee aufsammeln um weiterzuspielen.

Dem Team steht ein Feld von 30 x 50 Meter zur Verfügung. Dieses soll genutzt werden. Der Spieler und nicht nur der Hund sollen sich über das ganze Feld bewegen und nicht starr in der Mitte des Feldes spielen.

Für das Team werden maximal 10 Punkte vergeben.

Wie ist das Verhältnis zwischen geworfenen und gefangenen Frisbee?

Wie viele Frisbee werden während den zwei Minuten geworfen und wie viele davon gefangen? Fangen kann nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch. Ziel ist eine Dropless-Runde. Das heisst, eine Runde, in welcher alle geworfenen Frisbee von Mensch oder Hund gefangen wurden.

Du wirfst die Frisbee, der Hund springt dir übers Bein und fängt die Frisbee. Das gibt einen Catch. Fällt die Frisbee auf den Boden, hast du einen Miss.

„Anzahl Miss“ geteilt durch „Anzahl Catch“ mal 10 gibt die Punkte. Eine Dropless-Runde hat somit maximale Punktezahl von 10 erreicht.

2 Gefangene durch 10 Geworfene mal 10 = 2 Punkte von 10 möglichen. Die Punkte fliessen nicht bei jedem Regelwerk 1:1 in die Wertung ein. Häufig dient die Catch den anderen Richtern um Feinabstimmungen ihrer Bewertung vorzunehmen.

Das grosse Ganze

Die Kategorie Gesamteindruck wird gewertet mit den Augen eines Zuschauers. Ohne Augenmerk auf eine spezielle Kategorie. War das Spiel stimmig und ansprechend? Hat das Zuschauen Spass gemacht? Konnte das Team die Zuschauer begeistern?

Die gewählte Musik kann hier miteinbezogen werden. Je nach Song wirkt eine Kür viel schneller oder langsamer. Passt der Song zum Spiel, wirkte es harmonisch. Hat das Team seine Kür sogar auf die Musik abgestimmt – Tempowechsel der Musik ins Spiel aufgenommen?

Bis auf den Catch-Richter, geben alle Richter 0 – 10 Punkte für den Gesamteindruck. Der Mittelwert fliesst in die Bewertung ein.

Der fertige Freestyle-Kuchen

Das Team kann sich in diesen zwei Minuten ein Maximum von 40 Punkten erspielen. In einer zweiten Runde holt das Team sich weitere Punkte. Häufig gehen nicht mehr alle Teams ein zweites Mal raus. Je nach Regelwerk und zur Verfügung stehender Zeit, spielen nur die besten Teams die zweite Runde.

Zur Kategorie Overall gehören zwei Runden Freestyle und eine Runde Minidistance. Hier siehst du, dass es wichtig ist Minidistance zu trainieren. Du kannst in Freestyle noch so gut sein, eine schlechte Minidistance zieht dich in der Gesamtwertung runter.

Das finde ich das Spannende an der Kategorie Overall. Es gehört Beides dazu, Freestyle und Minidistance.

Das Minidistance-Rezept (Minidistance only)

Das Distanzspiel für jeden Hund. Werfen, rennen, fangen und zurückbringen.

Adrian Stoica mit Rory, mehrfache Eurpameister und Weltmeister

Zutaten

  • 1 Mensch
  • 1 Hund
  • 1 Frisbee
  • 1 Minute

Backanleitung

Das Spielfeld ist in verschiedenen Zonen eingeteilt. Der Spieler wirft die Frisbee hinter der Startlinie ab und der Hund fängt die möglichst weit geworfene Scheibe. Je weiter weg der Hund fängt, umso mehr Punkte gibt es. Fängt der Hund in der ersten Zone gibt es keine Punkte.

Der Spieler muss in der Lage sein, die Frisbee mindestens 10 – 15 Meter weit zu werfen (je nach Regelwerk). Die letzte Zone beginnt bei ca. 35 Metern. Es macht keinen Sinn, den Hund auf eine Distanz von 50 Metern zu trainieren. Der Hund verliert nur Zeit, bis er die Strecke zurückgelegt hat und wieder beim Spieler ist. Das Team bekommt trotzdem nur die Punkte für die letzte Zone.

Das Team hat eine Frisbee zur Verfügung. Ziel ist, dass der Hund die fliegende Frisbee fängt und schnell zurückbringt. So kann der Spieler die Frisbee erneut werfen und das Team weitere Punkte erspielen.

In vielen Regelwerken gibt es eine Bonuszone, fängt der Hund innerhalb dieser Zone, gibt es Zusatzpunkte. Die Zone befindet sich in der Mitte des Feldes und zwingt den Spieler, die Frisbee auf einer geraden Bahn zu werfen.

Häufig ist die Bonuszone ein Halbkreis, welcher getroffen werden muss. Oder, es ist ein Streifen von wenigen Metern Breite.

Das bringt der Spieler mit

Der Mensch muss die Frisbee gerade und weit werfen. Er darf während des Abwurfs die Startlinie nicht übertreten und nicht berühren. Sonst gibt es null Punkte für diesen Wurf.

Der Hund folgt seinem Naturell

Der Mund muss die Frisbee verfolgen und lesen. Im richtigen Moment abspringen und die Frisbee aus der Luft fangen. So schnell wie möglich abdrehen und zu seinem Spieler zurücklaufen. Super, wenn er sich gleich auf den nächsten Wurf konzentriert und losrennt.

Das Zusammenspiel entscheidet ob der Teig aufgeht

Entscheidend sind das Timing, die Scheibenübergabe und die Kommunikation. Der Spieler muss seinen Hund losschicken und die Frisbee im richtigen Moment abwerfen. Wirft er zu früh, schafft es der Hund nicht mehr und die Frisbee liegt bereits auf dem Boden.

Wirft er zu spät, dreht sich der Hund um und verliert den Fokus auf die Scheibe.

Der Hund kommt mir der Frisbee zum Spieler zurück und gibt die Scheibe ab. Wirft er sie auf den Boden, muss der Spieler sich bücken. Rennt der Hund mehrmals am Spieler vorbei, verlieren sie wertvolle Zeit. Gibt der Hund die Frisbee nicht her, reicht es nicht mehr für einen weiteren Wurf.

Die fertige Minidistance-Pizza

Das Team hat eine Minute Zeit. Verlässt die Frisbee die Hand des Spielers noch bevor die 60 Sekunden abgelaufen sind, zählt dieser Wurf noch. Auch, wenn er vom Hund erst nach Ablauf der Zeit gefangen wird.

Die erspielten Punkte werden zusammengezählt. Bei der Minidistance only spielt das Team zwei Runden Minidistance. Dies ist eine gute Kategorie für Neueinsteiger. Du brauchst noch keine Freestyle-Kür. Konzentriere dich aufs Werfen und auf deinen Hund.

Minidistance lässt sich gut in den Alltag integrieren. Statt dem Hund einen Ball oder einen Kong zu werfen, wirf die Frisbee. Markiere die Entfernungen und schaue, ob du dank Training weiterkommst. Verbessere die Scheibenübergabe und motiviere deinen Hund.

Hat es dich gepackt? Das nächste Turnier kommt bestimmt. Lies vor jedem Start das jeweilige Regelwerk durch. Wende dich bei Fragen an die Veranstalter und Richter. Am Playersmeeting hast du die Möglichkeit noch letzte Unklarheiten zu klären. Und nach der Siegerehrung kannst du die Richter nach Feedback zu deinem Spiel fragen.

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Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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