Lampenfieber: Stell dir vor du stehst auf dem Feld und geniesst jede Sekunde

Frisbee und Hund
Lampenfieber: Wenn dich das Zittern überfällt

Noch fünf Starter sind vor dir und dann geht es los aufs Feld. Dir ist heiss und gleichzeitig kalt. Nervös gehst du auf und ab. Du versuchst die Kür in Gedanken nochmals durchzuspielen. Aber die Konzentration ist weg.

Dein Bauch kribbelt, dir ist schlecht und dein Herz rast.

Hallo Lampenfieber!

Du kennst das? Oder gehörst du zu den Leuten, welche keine Angst vor dem Auftritt haben?

Denn, Lampenfieber ist nichts Anderes als Angst. Angst vor einer Gruppe zu versagen, negativ bewertet oder gar ausgeschlossen zu werden. Ein Ausschluss aus der Gruppe hat in der Steinzeit zum sicheren Tod geführt.

Nun, sterben wirst du auf dem Feld hoffentlich nicht!

Der Begriff Lampenfieber kommt aus dem französischen und bedeutet übersetzt «Fieber an der Rampe». Wenn die Schauspieler im Theater unter der Hitze der Scheinwerfer heiss bekamen und zu schwitzen begannen.

Wie kann ich Lampenfieber loswerden? Das wollen wir doch gar nicht. Lampenfieber kann ein positiver Stress sein. Nutze die Macht des Lampenfiebers.

Der Adrenalinspiegel steigt, die Durchblutung von Muskeln und Gehirn wird gefördert. Du fühlst dich wach, bist voll da.

Dein Körper ist bereit Höchstleistung zu bringen, dein Kopf arbeitet auf Hochtouren und das Reaktionsvermögen ist so schnell wie noch nie.

Ist doch perfekt für ein Frisbee-Spiel!

Und dann stehst du auf dem Feld, hast die erste Frisbee geworfen und es läuft. Die Symptome von vorhin sind weg. Sicher spielst du deine Kür, die Leute jubeln und dein Hund hat Spass. Lächle, jetzt kommt in dir das Gefühl von Freude auf.

Wenn du das Spiel nicht geniessen kannst. Wenn dich das Lampenfieber lahmlegt und wenn du besser damit umgehen willst, dann schau dir unsere nachfolgenden Tipps an.

Die Luft muss raus

Bei Lampenfieber neigen wir dazu schneller und flacher zu atmen. Wir nehmen mehr Luft auf, als das wir loswerden. Leere deine Lungen. Atemtechniken helfen dir.

  • Langsam während vier Sekunden einatmen und ohne Pause während sechs Sekunden ausatmen. Dies mehrere Male wiederholen. Das Ausatmen ist wichtiger als das Einatmen.
  • Nimm deinen Bauch mit. Beim Einatmen bläst sich dieser wie ein Ballon auf und beim Ausatmen fällt er zusammen. Schon nach wenigen Minuten spürst du, wie du ruhiger wirst. Der Kreislauf kommt in geregelte Bahnen.

Programmiere dich neu

Autogenes Training ist eine Form der Selbstprogrammierung, Selbsthypnose. Es geht um den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele. Diese Therapieform kann ich nicht beschreiben. Du lernst Autogenes Training am besten zusammen mit einem Trainer/Therapeuten, welcher dir alles erklärt.

Autogenes Training ist einfach zu lernen und wenn du die Technik beherrscht, hilft dir dies in verschiedenen Situationen.

Durch bewusste Anspannung erfolgt Entspannung

Die Übung kann im Liegen oder im Sitzen gemacht werden. Zieh dich für ein paar Minuten zurück und konzentriere dich ganz auf dich.

  • Spanne nacheinander jeden einzelnen Muskel deines Körpers für fünf Sekunden an. Gerade so, dass du ein Ziehen im Muskel spürst. Löse die Anspannung bewusst, ohne dich zu bewegen. Geniesse das Gefühl der Entspannung dieses Muskels für zehn Sekunden. Nun ist der nächste Muskel dran.
  • Beginne mit der Faust, arbeite dich über den Arm zum Gesicht vor und auf die andere Seite. Jetzt folgt Brustkorb und Bauch. Arbeit dich weiter über das Gesäss, die Oberschenkel bis zu den Zehen vor.
  • Geniesse die völlige Entspannung. Spüre, wie dein Körper in der Unterlage versinkt.

Motiviere dich mit Visualisierung

Ich habe Spass. Ich beherrsche den Skip. Ich geniesse den Applaus des Publikums. Ich liebe das Spiel mit meinem Hund. Definiere positive Sätze, welche deine Angst nehmen. Benutze nicht die negative Form.

  • Gut: Ich kenne meine Kür.
  • Schlecht: Ich vergesse meine Kür nicht.

Dein Kopf blendet das Wort «nicht» aus. Und dann heisst der Satz: Ich vergesse meine Kür! Also genau das was wir nicht wollen.

  • Leg dich entspannt hin und stelle dir dein Spiel vor Publikum vor. Jede einzelne Szene. Was könnte passieren und dich aus der Bahn werfen? Stell dir die Lösung vor. Es gibt nichts, was dich verunsichert. Alles läuft gut und du hast Spass.
  • Du kannst jetzt deine Sätze vor dich hinsagen.

Je öfters du dein Spiel visualisierst, umso sicherer wirst du und umso mehr fällt das Lampenfieber von dir ab. Dies muss vorgängig geübt werden. Es nützt nichts, wenn du die Übung erst machst, wenn dich das Lampenfieber bereits gepackt hat.

Finger weg von Medikamenten

Ja, die Pharmaindustrie hat hier einiges auf dem Markt gebracht. Aber, helfen tun diese selten. Und die Nebenwirkungen sind einiges unangenehmer. Ehrlich, brauchst du Medikamente um mit deinem Hund Spass auf dem Feld zu haben?

Versuch es lieber mit den oben genannten Methoden und lass die Finger von Medikamenten.

Eine Portion Lampenfieber bitte

Du siehst, eine Portion Lampenfieber tut dir gut und bereitet dich auf deinen Auftritt vor. Zuviel Lampenfieber bewirkt leider das Gegenteil und kann sich auf deinen Hund ausbreiten. Sei sicher in deinem Spiel, trainiere genug und kontrolliere die Scheibe. Wenn du gut vorbereitet bist, gehst du mit einem ganz anderen Gefühl auf das Feld.

Sprich mit anderen DiscDoggern. Wie gehen sie mit dem Lampenfieber um? Wie war ihr erster Start?

Eines verspreche ich dir. Egal was auf dem Feld passiert, du wirst nicht aus der Gruppe ausgestossen. Diese Angst will ich dir nehmen. DiscDogger feiern die Starter und trösten, wenn es nicht gut gelaufen ist.

Ein Aber gibt es. Behandelst du deinen Hund schlecht. Gibst ihm die Schuld und zeigst unfaires Verhalten, bist du raus. Der Hund steht bei DiscDoggern an erster Stelle und die Gesundheit geht über alles.

Ich freue mich dich auf dem Feld anzutreffen und ich wünsche dir eine gute Freundschaft mit dem Lampenfieber.

Wie schlimm ist dein Lampenfieber? Was hilft dir dich zu beruhigen? Kannst du die positive Kraft des Lampenfiebers spüren? Teile uns deine Erfahrungen unten im Kommentar mit.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

10 Kommentare zu “Lampenfieber: Stell dir vor du stehst auf dem Feld und geniesst jede Sekunde

  1. Mein Lampenfieberkiller bei meinem ersten Start war Sandro 🙂
    Vor der UFO-WM in St.Gallen war mein erster Freestyle-Start. Es regnete leicht. ‚Die Richter sind bereit.‘ Oje, jetzt ist es soweit. Drei Mal habe ich die Scheiben durchgezählte, damit ich auch ja nicht zu viel dabei habe. Dabei hatte ich damals nur sieben Scheiben in meiner Tasche :-). Ich stand also auf dem Feld. Durchatmen, Konzentrieren, Focussieren, kennst du doch alles schon von anderen Sportarten. Ist genau das Selbe. Mist, Kür! Wie ging nochmals der Anfang? Die Richter schauten mich an und der DJ wartete auf mein Zeichen.
    „GO ADI !!!!“ vernahm ich aus der Ferne vom linken Feldrand und drehte mich um. Da kam Sandro mit Käppi, seiner 3/4 Hose, vollgepackt und einem Bollerwagen in der Hand. Ich konnte Lächeln und die ganze Anspannung fiel ab. Richtig! Spass haben. Darum gehts. Der Schleier legte sich und mit dem Zeichen zum DJ fiel mir sogar fast die ganze Kür wieder ein.
    Sei es ein Eishockey-Meisterschaftspiel, eine Discdog Turnier, eine Show oder eine berufliche Herausforderung: Spass muss für mich sein. Es muss mir freude machen. Dann läuft fast alles von alleine. Nervös? Und wie! Spiele ich doch seit meinem fünften Lebensjahr Eishockey, aber die Nervosität ist bis heute treu gebliebe. Diese gibt mir aber auch den gewissen Kick. Spass an in diese Zusammenhang nichts mit Humor zu tun. Mit Spass meine ich die Freude das zu tun was ich gerade tun muss/will.
    In diesem Sinne: Habt Spass an dem was ihr macht. Ansonsten lass ich persönlich es lieber bleiben.

    • hihi, ich seh die situtaion noch vor mir. war mir jedoch nicht bewusst, was ich da angestellt hab 😉
      freut mich sehr, das zu lesen.
      und wie ihr gespielt habt – von feinsten!!! war ein sehr schöner erster start und so gings auch weiter mit euch.
      und genau, auch wenns kribblet und die nervosität vorhanden ist, scheissegal. hauptsache du und dein hund haben spass auf dem feld.
      in diesem sinne *let’s rock the field* – immer und immer wieder!

  2. Ich habe auch Lampenfieber. Bei mir liegt es leider daran, dass ich zu große Erwartungen an mich habe, die ich auf jeden Fall erfüllen will.

    Mein erster Start war total locker. Da war ich gar nicht aufgeregt. Ich kannte Discdogging nur von Videos und ich erwartete mir überhaupt gar nichts. Für meinen ersten Start ist es dann auch großartig gelaufen und es hat richtig Spaß gemacht.

    Die nächsten Starts waren eine Katastrophe, ich habe jedesmal die ganze Kür vergessen und in meinen Kopf war nur gähnende Leere.

    Ich denke, dass es so passiert ist weil ich so selten zu Turnieren komme. So kommt es, dass ich oft Monatelang genau auf ein Turnier hintrainiere und den Turnierstart in den Himmel lobe und sich eine wahnsinnige Vorfreude aufbaut.

    Wenn ich mich so lange auf das Turnier freue, muss das Turnier dann natürlich auch so werden wie ich es mir vorgestellt habe. Dabei geht es nicht um irgendwelche Platzierungen. Natürlich freue ich mich über eine Platzierung, aber eine Platzierung kann eine in meinen Augen schlechte Performance nur ein bisschen wettmachen.
    Ich will einfach mit mir selbst zufrieden sein und mir beweisen, dass sich das harte Training, welches ich alleine durchziehen muss, ohne Hilfe irgendwie lohnt.

    Außerdem enttäuscht es mich wahnsinnig wenn ich mir die Kür durch jede erdenkliche Lernmethode in den Kopf gehämmert habe und genau in dem einen Moment wo es darauf ankommt versagt mein Gehirn.

    Ich glaube wenn ich die Möglichkeit hätte öfter auf Turnieren spielen, würde das glorifizieren und in den Himmel loben von genau einem Turnier auf das ich Monatelang hinfiebere weniger sein und ich wäre einiges entspannter.

    Oft denke ich mir, ich bin halt kein Mensch für diesen ganzen Zirkus und sollte halt nur zu Hause spielen.

    • Ich bin mir sicher, das es sehr sehr schade wäre, wenn du nur zu Hause für dich und deinen Doggy alleine spielen würdest. Es gibt bestimmt einen Weg, dass du an mehr Turnieren starten könntest. Sprich die Discdogger die du kennst und die an ein Turnier gehen an. Sie helfen dir bestimmt gerne weiter. So wie am Swiss United.

    • Liebe Martina

      Du machst dir selbst einen unglaublichen Druck. Warum machst du alles an diesem Turnierstart fest? DiscDogging ist doch so viel mehr. Und, auch die Turniere bedeuten dir doch viel mehr als diese zwei Minuten auf dem Feld.

      Freu dich deine Freunde zu treffen. Freue dich auf die gemeinsamen Abende. Geniess die Stimmung und lass dich von den anderen Spielern inspirieren. Versuch dich von diesen zwei Minuten auf dem Feld zu lösen. Darum geht es gar nicht. Du freust dich aus anderen Gründen auf das Turnier. Und, wenn die anderen Gründe ein Erfolg waren, dann ist es auch völlig egal was auf dem Feld passiert ist.

      Natürlich startest du aus gewissen Gründen und willst das Beste geben. Das harte Training soll endlich Früchte tragen. Wenn du dich aber zu sehr auf das fixierst, dann wirst du nie ein Turnier geniessen können.

      Ich wünsche dir, dass du mit viel Freude weiter machst.

      Liebe Grüsse
      Sandra

  3. Das ist lieb und eigentlich sind das ja auch gute Tipps Adi.

    Allerdings vertrage ich längere Reisen auch nicht so gut. Ich reagiere da immer mit Migräne und starker Übelkeit und kann das dann schlussendlich nur durch Tabletten überstehen. Ich hatte noch kein Turnier wo ich keine Tabletten gebraucht hätte.

    Auch mein Hund war am Swiss United extrem gestresst und hat die 3 Tage fast nix gefressen und geschlafen. (vielleicht überträgt sich meine Anspannung ja oder wir schaukeln uns gegenseitig hoch)

    Ich glaube wirklich das mir mehr Entspannung und die Akzeptanz gut tun würde das halt nicht alles so laufen kann wie ich es möchte. Auf einem Turnier werden die Ergebnisse fast immer schlechter sein als im Training.

    Rein Theoretisch weis ich das genau, aber in die Wirklichkeit kann ich dieses Wissen leider nicht übertragen.

    Wenn ich es irgendwann könnte wäre ich vielleicht entspannter und könnte es automatisch zu mehr Turnieren schaffen (vielleicht würden Migräne und Übelkeit auch dann etwas nachlassen, aber man weis es nicht das bekomme ich auch so wen ich zum chillen fortfahre ohne Turniere und irgendeinen Druck)

  4. Ich kann nur eins sagen …
    Ihr werdet mich mit Fenix erleben … bald … Und ich? Ich werde STERBEN VOR dem Start! Ich werde zum nervlichen Wrack! 😀
    Und wenn’s dann losgeht gibt es nur zwei Möglichkeiten …
    Ich mach echt alles falsch und Fenix fängt keine einzige Scheibe …
    Oder wir „spielen“ miteinander, wie immer …

    Ich selbst bin so gespannt darauf! Kann nur lustig werden – so oder so! 😀

    • Hallo Linda

      Da freuen wir uns doch drauf. Ich glaube das kommt richtig gut mit euch. Und eines ist klar, ihr werdet Spass haben. Falsch gibt es beim Hundefrisbee nicht.

      Liebe Grüsse
      Sandra

  5. Ich muss zu meiner Schande gestehen das ich verdammt viel Lampenfieber habe. Egal ob vor einem Turnier oder einer Prüfung, ich möchte jedes Mal am liebsten flüchten und mich unter dem Bett verkriechen.

    Aber Gott sei Dank – ist Frisbee ein Teamsport. Ich konzentriere mich also vorab auf das Warmup meines Kameraden, denn das entspannt uns beide. Wir haben da unsere Rituale die jedes Mal gleich ablaufen und da kann ich mich auf etwas konzentrieren und ablenken bevor es losgeht.

    Der Weg aufs Spielfeld ist dann nochmal das schlimmste. Alle starren einen an und man möchte sich am liebsten vergraben. Doch, sobald die ersten Töne meiner Musik erklingen und ich meine Maus anschaue, die jedes Mal so absolut euphorisch und glücklich ist werde ich ganz ruhig, blende alles aus und weiß: „Hey, solange ihr Spaß habt kann nix schief gehen.“ 🙂

    Also – ruhig bleiben und den Hund streicheln – dann wird alles gut!

    • Hi Pauline

      Es ist keine Schande Lampenfieber zu haben. Viele Menschen sind davon betroffen.
      Ich finde es ganz toll, dass du dich trotzdem immer wieder in diese Situationen begibst.

      Ich kann dir sagen, auf dem Feld schaue ich immer zuerst auf den Hund. Vorallem wenn der Mensch noch nichts macht. Der Hund hingegen macht immer irgend etwas. Das ist spannend. Und, wer Hunde hat, liebt es sowiese Hunde anzuschauen. Du bist also gar nicht so beobachtet wie du dich vielleicht fühlst.

      Cool, dass dich dein Hund so aus dem Lampenfieber heraus bekommt. Mach ihn zum Mittelpunkt und es läuft.
      Spass ist sowieso das Wichtigste.

      Liebe Grüsse
      Sandra

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