DiscDog-Sportsgeist und Fairness: die geheimen Zutaten für einen Aufstieg

Chetana übt sich als Frisbeehund

Ist ein Beginner ein Anfänger? Und, was bedeutet Anfänger? Wikipedia sagt: Person, die mit etwas erst kürzlich begonnen hat und wenig Sachkenntnisse besitzt. Unter Anfänger versteht man euch einen Neuling.

Die Definition von Neuling ist:
Ein Neuling ist eine Person, die sich in ein Sachgebiet einarbeitet oder neu in eine Gemeinschaft aufgenommen wird. Ein Neuling kennt sich nicht so gut aus wie Personen, die schon länger damit Kontakt haben; andere Ausdrücke sind ‚Anfänger‘.

Beginner im Hundefrisbee

Wie münzen wir jetzt das was die Begriffe bedeuten auf unser tolles Hobby um?

Immer wieder werden Spieler, Richter und Veranstalter mit der Frage des Anfängers konfrontiert. Warum startet dieser oder jener noch bei den Beginnern? Wann steige ich zu den Open auf?

Die Frage beschäftigt DiscDogger schon so lange, wie es Turniere gibt. Und nein, es gibt keine definitive und abschliessende Antwort.

Es gibt aber viele verschiedene Meinungen.

Sandro hat mit Chetana an seinem ersten Start in Hildesheim den 3. Platz bei den Beginnern belegt. Da kam für uns das erste Mal die Frage auf, und nun? Soll Sandro zukünftig in der Open starten?

Wow, die Vorstellung in der gleichen Kategorie mit all den Grossen zu starten war krass. Ich meine, da ist Sandro gerade erst in den Sport eingestiegen, hat Seminare bei diesem und jenem besucht. Und jetzt soll er mit diesen Leuten in der gleichen Kategorie starten?

Da spielen Europa- und Weltmeister in der Open Klasse. Unvorstellbar, oder?

Uns wurde gesagt, dass Sandro sich keinen Stress machen soll und ruhig ein Jahr lang Beginner starten kann. Schliesslich ist er noch ein Neuling und muss sich erst die ganzen Kenntnisse aneignen.

Sei dies der Ablauf eines Turniers, die verschiedenen Regelwerke und das Zusammenspiel mit Chetana.

Bitte beachte das geltende Regelwerk und kontaktiere gegebenenfalls den Veranstalter. Du weisst ja, es gibt verschiedene Meinungen und Regelungen dazu.

Die Spieler entscheiden, oder nicht?

In diesem ersten Jahr haben wir erlebt, wie Anfänger bei der Siegerehrung zum Aufstieg motiviert wurden. Das sah so aus. Die Siegerehrung fand wie gewohnt statt. Wenn ein Spieler aufgerufen wurde und die DiscDogger-Gemeinschaft der Meinung war, dass dieser aufsteigen sollte, haben sie im Chor „Aufstieg“ gerufen.

Ich empfand das als eine Ehre, weil es bedeutete, dass das Team gut ist. Mit den Jahren habe ich erfahren, dass es für einige Spieler ein grosser Druck bedeutete. Diese Spieler waren noch nicht bereit für die Open und sind nicht mehr gestartet.

Aber auch das Gegenteil habe ich erlebt. Ich habe Spieler gesehen, welche mehr als ein Jahr Beginner gestartet sind und platziert waren. Hätten jetzt solche Spieler in die Open gedrängt werden müssen?

Es gab Aussagen wie: Wenn der oder die startet, ist eh klar wer gewinnt. Dann muss ich nicht starten. Oder: Das Team ist kein Beginner mehr, warum starten die noch Beginner?

Schon sind wir bei der Ausgangslage. Was ist ein Beginner, wie lange ist ein Team Beginner und was passiert, wenn ein Team in die Open gedrängt wird?

Sportsgeist und Fairness ist gefragt

Ich appelliere an dich und deinen Sportsgeist. Entscheide du, wann für dich die Zeit gekommen ist in die Open-Klasse zu wechseln. Bedenke, dass die Beginner-Klasse der Einstig in den Sport sein soll. Es geht darum Neueinsteigern den Zugang zum Sport zu ermöglichen und die ersten Erfahrungen zu sammeln.

Hast du deinen Rucksack mit Erfahrungen voll, zeigst du Tricks, welche nicht mehr zu einem Anfänger passen oder bist du mehrfach platziert gewesen? Dann sei fair und gib deinen Platz für neue Anfänger frei. Wage den Schritt und starte in der Open-Klasse.

Klar, der Schritt mag gross wirken. Und, du wirst nicht gleich mit einer Platzierung verwöhnt werden. Aber, ist es nicht ein gutes Gefühl sich in der Open-Klasse hoch zu arbeiten? Wenn du von Turnier zu Turnier und von Jahr zu Jahr besser wirst? Ist es nicht die Herausforderung, die den Start spannend macht?

Und ehrlich, wenn du kein Anfänger mehr bist und dort startest, wo ist die Herausforderung? Wo ist deine Ehre?

Setz dir neue Ziele. Ein beliebtes Ziel ist es, nicht Letzte oder Letzter zu werden. Oder, schau dir deine Mitstarter an. Wer hat in etwa das gleiche Können wie du? Setze dir zum Ziel besser als dieses Team zu sein.

Ein weiteres Ziel ist es, mit einer entsprechenden Catch deine Runde abzuschliessen.

Hat Spass etwas mit der Kategorie zu tun?

Ein wichtiger Punkt. Wo bleibt der Spass? Ist es nicht ein gutes Ziel, richtig viel Spass auf dem Feld zu haben? Ist der Spass abhängig von der Kategorie, dem Regelwerk oder den Richtern?

Nein, der Spass ist von dir abhängig. Mit welcher Einstellung gehst du aufs Feld und was ist dein Ziel?

Ich gehöre da nicht hin und möchte wieder absteigen

Was ist mit einem Abstieg? Du merkst, dass du dich in der Open-Klasse nicht wohl fühlst. Du bist im hinteren Drittel und das macht keinen Spass. Fakt ist, es wird immer ein hinteres Drittel und es wird immer einen letzten Platz geben.

Frag dich ehrlich. Woran liegt es, dass du nicht vorwärts kommst? Arbeitest du an den Punkten, die schwierig und mühsam sind? Trainierst du genug? Ist dir das Training wichtig? Nimmst du die Tipps und die Hilfe von Anderen an?

Ausgenommen sind an dieser Stelle Spieler, welche körperliche Einschränkungen haben oder nicht mehr ganz so jung sind. Solche Spieler trainieren noch viel härter um auf die gleiche Leistung wie ein junger, gesunder Spieler zu kommen. Da ziehe ich echt meinen Hut vor.

Ich kann da von mir sprechen.

Ich kann nicht werfen. Ich weiss, würde ich das Werfen üben und trainieren, könnte ich es irgendwann. Nur die wenigsten haben das Werfen als Talent in die Wiege gelegt bekommen. Erfolg ist mit hartem Training verbunden.

Genau da liegt mein Knackpunkt.

Ich mag mich nicht stundenlang mit dem Werfen auseinander setzen. Es ist mir zu mühsam. Deshalb lasse ich es. Und mir ist absolut klar, mit dieser Einstellung werde ich nie einen Blumentopf gewinnen.

Nun habe ich folgende drei Möglichkeiten:

  • Es ist mir egal, keinen Blumentopf zu gewinnen und ich starte aus reinem Spass.
  • Ich starte nicht und habe den Spass zu Hause mit meinen Hunden.
  • Oder, ich kneife mir in den Arsch und komm endlich in die Gänge.

Wie entscheidest du dich?

Und nochmals, manchmal wird dir der Entscheid vom Regelwerk oder vom Veranstalter abgenommen. Bitte informiere dich vor jedem Start über die Kategorien und Empfehlungen.

Nimm deinen Mut zusammen, melde dich in der Open und sei stolz darauf, dass du mit deinem Hund ein so gutes Team bist. Und falls du gerade erst in den Turniersport eingestiegen bist, geniesse die Zeit bei den Beginnern und nimm viel für dich mit.

Wir war für dich der Wechsel in die Offene-Klasse? Was empfiehlst du jeweils, wenn dich jemand zu diesem Thema fragt? Denkst du die Regelwerke müssten diese Frage definitiv und abschliessend beantworten?

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

4 Replies to “DiscDog-Sportsgeist und Fairness: die geheimen Zutaten für einen Aufstieg”

  1. Vielen Dank für den Artikel.
    Mit diesem Thema wurde ich am Sonntag nach dem Turnier immer wieder konfrontier.
    Mein Doggi und ich waren verflixt gut drauf und hatten riiisen Spass bei unserer Kür. Unsere Freude wurde mit dem 1. Platz in der Beginner-Kategorie belohnt. Ich erhielt viele Glück-wünsche und Komplimente, worüber ich mich natürlich noch mehr freute. Es war unsere zweite Teilnahme an einem Turnier in der Disziplin Freestyle. Womit Beginner ja absolut gegeben ist. Nach dem Turnier musste ich leider viele kritische Meinungen bezüglich des erwähnten Themas hören. „Warum startest du bei den Beginner? Jetzt bist du aber kein Be-ginner mehr. Dann sehen wir dich also beim nächste Turnier bei den Open?“ So habe ich mir auf der Heimfahrt und am Abend meine Gedanken gemacht und das Thema hat mich doch ziemlich beschäftigt. Ich bin Neuling. Haben die erfahrenen Personen recht? Muss ich jetzt Open spielen obschon es keine geschriebene Regel gibt und ich noch kein Jahr Freestyle spiele?
    Ich will einfach Frisbee spielen und Spass mit meinem Hund haben. Wo und wie ist mir per-sönlich ziemlich egal. Ich spiele mit einem Tier und das Wohl und die Gesundheit des Tieres ist mir viel wichtiger als eine Platzierung. Ich möchte Spielen und anderen mit meinem Spiel eine Freude machen. „Ich fand deine Kür super und es war schön euch zuzusehen. Ich hatte Spass euch zuzusehen. Schön wie viel Spass ihr auf dem Feld hattet.“ Das ist für mich die Motivation für die Turnierteilnahme.
    Eine Festlegung im Regelwerk würde, meiner Meinung nach, bis zu einem gewissen grad Sinn machen. (z.B. Beginner mit mehr als einer Platzierung nach einem Jahr Turniererfah-rung zu Open. Bis eine Platzierung auch nach einem Jahr weiterhin Beginner.) Vielleicht noch eine Festlegung des Alters. (z.B. Kinder bis 14 Jahre können immer Beginner bleiben.) Mehr Regeln fände ich jedoch nicht so gut.
    Ich finde, dass mein Rucksack, so wie in deinem Artikel beschrieben, noch nicht voll ist. Viel-leicht ist der Rucksack jetzt etwas Wasserfester. Aber es hat noch genug Platz darin um ihn mit Beginner-Erfahrung zu füllen. Somit werde ich auch bei meiner dritten Turnierteilnahme bei den Beginner starten und Erfahrung sammeln. Ich hoffe, dass ich mit meiner Meinung niemanden angreife oder verärgere.

    • Hallo Adi

      Wow, was für ein ausführlicher Erlebnisbericht. Vielen Dank.

      Ich finde deine Motivation für die Turnierteilnahme sehr schön und spüre den Spass, den du dabei hast.
      Die kritischen Stimmen kannst du auch als Kompliment sehen.

      Die Gedanken die du dir machst finde ich gut und wichtig. Es zeigt, dass dir Discdogging wichtig ist.

      Ich bin gespannt auf eure weiteren Fortschritte und freue mich, dass der Sandreas-Cup teil deines Rucksacks ist.

      Liebe Grüsse
      Sandra

    • Hallo Adi

      Mach dir keinen stress, es gibt so Open Spieler die lassen schnell mal solche Sprüche raus, und denken nicht darūber nach was damit anrichten.
      Spiel ruihg eine Saison in der Beginnerklasse unf Sammle deine Erfahrungen und Freude an diesem Sport.

  2. Hey Adrian,
    auch wir fanden euch klasse und mach dir keinen Kopf … Man sah durchaus, dass ihr noch keine Profis seid. Nur auf den Wunsch von „Anderen“ hin zu den Open wechseln?!?! Nein, würde ich nicht!
    Ich habe das nächstes Jahr auch vor mir …. und mache mir JETZT schon Gedanken, denn Anfänger im Werfen bin ich nicht, mit Fenix zu spielen durchaus!
    Ich fand euch super! Weiter so und wir treffen uns dann irgendwann in der Open! 😀

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