6 Gründe, warum dein Plan vom DiscDogging zu leben nicht aufgeht

DiscDog-Eddy badet in Geld
Das Bad im Geld!

Hast du dir überlegt dein Hobby zum Beruf zu machen? Es wäre schön, jeden Tag Frisbee zu spielen und damit den Lebensunterhalt zu verdienen.

Nur wenige Leute leben vom Hundefrisbee. In Amerika ist das eher noch möglich als hier in Europa. Aber woran liegt es?

Klein aber fein

Hundefrisbee hat vor mehr als 20 Jahren Europa erobert. Es gibt stetig neue Leute, welche vom Virus angesteckt sind. Trotzdem ist die Szene klein.

Hundefrisbee ist eine Randsportart und noch nicht so bekannt. Immer wieder treffe ich Leute an, welche noch nie von DiscDogging gehört haben.

Ich bin erstaunt. Denn, gerade in der Schweiz stecken wir doch einiges an Arbeit und Geld in die Bekanntmachung des Sports. Und trotzdem ist DiscDogging die grosse Unbekannte.

Wenn niemand weiss, dass es Dogfrisbee gibt, ist die Nachfrage für deine Kurse auch nicht gerade gross.

Ohne Auto geht es nicht

Dadurch, dass die Szene klein ist, sind DiscDogger über das ganze Land verstreut. Für viele bedeutet die Teilnahme an einem Kurs oder einem Turnier viele km im Auto.

Dort wo sich ein paar Leute zusammen geschlossen haben, gibt es einen Frisbee-Treff. Die Leute bringen sich DiscDogging gegenseitig und kostenlos bei.

Aus anderen Sportarten sind wir es gewohnt, dass es an jeder Ecke ein Kursangebot gibt. Ich muss mich nur noch entscheiden. Fahre ich 10 min. oder fahre ich 20 min.

Wenn du einen Kurs anbietest, ist die Frage, ob die Leute die Strecke auf sich nehmen. Denn in deinem Einzugsgebiet wirst du sicherlich nur ein paar DiscDogger ansprechen. Und ob diese gewillt sind, jeden deiner Kurse zu besuchen?

Tiefes Preisniveau

DiscDogging ist aus Deutschland zu uns rüber geschwappt. In Deutschland ist das Preisniveau für Hunde-Kurse generell tiefer als bei uns.

Auch vertreten viele DiscDogger die Philosophie, jedem den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Auch Leuten, welche finanziell nicht so gut da stehen.

Aus diesen Gründen heraus sind Kurse im Hundefrisbee noch preiswert. Gerade im Vergleich mit anderen Sportarten. Auch der Start an einem Turnier ist eher ein Sackgeld.

Um im kleinen Markt mitzuhalten, musst du dich am Preissegment anpassen. Dadurch hast du kleinere Einnahmen und musst mehr Kurse anbieten oder mehr Teilnehmer aufnehmen.

Der Spieler ist gefordert

Hundefrisbee ist ein Sport, welcher viel von dir als Spieler fordert. Du musst die Frisbee beherrschen und kontrollieren. Du musst verschiedene Wurftechniken zeigen und für deinen Hund sicher werfen.

Auch Agility, Treibball und andere Sportarten fordern was von dir und nicht nur von deinem Hund. Beim Frisbee habe ich aber das Gefühl, dass du richtig was leisten musst.

Dies führt wiederum dazu, dass die Leute Dogfrisbee spannend finden und einen Schnupperkurs besuchen. Häufig fallen die Leute anschliessend aber wieder weg. Es ist zu viel Aufwand.

Und wenn du kein Wurftalent bist, ist das Training anstrengend und manchmal zermürbend.

Somit laufen die Schnupperkurse und Anfängerkurse soweit ganz ok. Meistens fehlt dann aber das Interesse für Aufbaukurse.

Hunde- und Menschenkenntnis

Hundetrainer lernen sich mit dem Menschen auseinander zu setzen. Sie wissen viel über Hunde und deren Verhalten. Auch kennen sie sich in Lernmethoden aus.

Beim Hundefrisbee ist der Faktor Mensch nicht zu unterschätzen. Wie bringe ich es rüber, dass der Spieler den Wurf versteht und umsetzen kann?

Da geht es nicht darum im richtigen Moment das entsprechende Handzeichen oder Kommando zu geben.

Nein, nebst dem Kommando, muss der Mensch jetzt auch die Scheibe in die Luft bringen. Und zwar so, dass der Hund diese sicher fangen kann.

Als Trainier musst du da nicht nur das Verständnis für den Hund mitbringen. Du musst zusätzlich viel Wissen über das Flugverhalten einer Frisbee haben. Und gleichzeitig aus Mensch und Hund ein Team machen.

Dies überfordert manchen Trainer.

Die Vorbereitungszeit für einen Hundefrisbee-Kurs ist dementsprechend hoch und durch das tiefe Preisniveau bezahlt dir dies niemand.

Namen und Titel

Wenn du ein grosser Tennisspieler warst, möchte jetzt jeder bei dir trainieren. Nicht im Hundesport.

Namen und Titel sind den Leuten in der Szene bekannt. Ausserhalb nützt dir dies nichts. Es interessiert keinen Hundebesitzer ob du Europameister warst. Die Leute wollen mit ihrem Hund Frisbee spielen.

Die Meisten wollen keine Turniere starten und keine Titel abräumen. Sie suchen jemanden, der ihnen zeigt, wie sie mit Hund und Scheibe Spass haben.

Die Titel im Hundesport haben keine grosse Bedeutung. Da die Szene klein ist und die Interessentengruppe klein ist, kommt das nicht zum Tragen.

Es wird nicht gross aufgezogen wie im Tennis oder Motorsport.

Wenn du einen Namen hast und mehrere Titel in Folge vorweisen kannst, versuche dich zu vermarkten. Ansonsten wird dir der Titel keine neuen Kursteilnehmer liefern.

Fazit

Ich kenne DiscDogger, welche Geld mit dem Sport verdienen. Dies ist ok. Ich kenne aber bis auf ein paar wenige Ausnahmen niemanden, welcher seinen Lebensunterhalt damit verdient.

Das gefällt mir. Denn sobald jemand von dieser Einnahme leben muss, wird es schwierig. Plötzlich ist das Hobby nicht mehr nur Spass. Es muss Geld her und da beginnt der Kampf.

Ja, wenn du Frisbee verkaufst ist das anders als wenn du Kurse gibst und Leute trainierst. Der Frisbee tut es nicht weh, wenn diese kaputt geht. Dem Menschen und dem Hund aber schon.

Falls du es schaffst, vom DiscDogging zu leben, deiner Philosophie treu bleibst und mit gesundem Verstand handelst, hast du meinen grössten Respekt.

Meistens ist es ein Gesamtpaket. Du musst erfolgreich auf Turnieren sein. Du musst verschiedene Kurse anbieten und du musst auf Shows auftreten. Gerade dort sehe ich ein grosses Potential. Frisbee zu verkaufen ist eine zusätzliche Einnahmequelle.

Aber, es ist viel Arbeit und vor allem harte Arbeit.

Ich geniesse es, dass viele DiscDogger ihr Wissen kostenlos weitergeben. Dass es Leute gibt, welche sich einsetzen ohne etwas dafür zu verdienen. Ja, manchmal wird sogar mit dem Privatvermögen drauf gelegt.

Ich finde es gut, dass es kostenpflichtige Angebote gibt. Diese sind im Hundefrisbee tief gehalten. So hat jeder Zugang zum Sport. Und ich finde, eine gute Leistung darf etwas kosten.

Es muss jeder für sich entscheiden, ob er ein Angebot auf den Markt stellt. Ob dieses kostenlos ist oder gegen ein Entgelt. Und wie hoch er dieses Angebot ansetzt. Es kann jeder entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht.

Reich wird sicher niemand im DiscDogging – konzentriere dich lieber auf einen gut bezahlten Job. Mach dein Hobby nicht zum Beruf.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

2 Kommentare zu “6 Gründe, warum dein Plan vom DiscDogging zu leben nicht aufgeht

  1. Hallo sandra! Bin froh, dass dies so ist. Die kids und leiter im lager haben jedenfalls immer mega spass und ich bin wahnsinnig froh, euch kennengelernt zu haben. Freue mich bereits wieder auf den herbst! Mein kleiner ist jetzt auch ein grosser und er wird versuchen die scheiben zu jagen…👍👍 übrigens infos zum lager jetzt online http://www.menzo-team.ch. Es wäre super, wenn sich noch ein paar kids anmelden würden! Lg gabi

    • Grüezi Gabi

      Danke dir. Auch wir haben immer riesigen Spass bei euch im Lager. Wir freuen uns jetzt schon sehr auf die Zeit mit euch und den Kids. Ihr macht das super.

      Liebe Grüsse
      Sandra

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