7 Anfängerfehler, die jeder DiscDogger auf dem ersten Turnier vermeiden sollte

Anfänger spielt Hundefrisbee
Dumm gelaufen – unsauber geworfen!

Endlich ist es soweit. Du bist zu deinem ersten Turnier angemeldet. In zwei Wochen ist es soweit. Die Nervosität wird grösser, dein Training intensiver und so langsam kommen auch Zweifel auf.

Ganz ruhig!

Wenn du unsere 7 Fehler vermeidest bist du perfekt vorbereitet.

1. Deine Turnier-Scheiben sind ein bunter Strauss aus verschiedenen Frisbee

Informiere dich vorgängig, nach welchem Regelwerk gespielt wird und wie viele Frisbee du mit auf das Feld nehmen darfst. Jedes Regelwerk erlaubt eine andere Anzahl:

  • Skyhoundz: 5 Frisbee
  • UFO: 7 Frisbee
  • AWI: 9 Frisbee
  • USDDN: 10 Frisbee

Dein Set an Scheiben muss vom gleichen Hersteller und vom selben Typ sein. Ein Mix aus verschiedenen Scheiben ist nicht erlaubt – verschiedene Farben aber schon. Erlaubt sind Frisbee von folgenden Herstellern:

Hero, Wham-O, Hyperflite, Dogstar, Mamadisc und Trixie (Lies das Regelwerk für weitere Details zu den Scheibentypen).

Achte darauf, dass deine Frisbee sauber sind und keine Löcher oder Absplitterungen aufweisen. Du kannst deine Frisbee mit warmem Wasser und einer Bürste waschen. Auch im Geschirrspüler finden die Frisbee Platz, werden aber nicht richtig sauber.

Wenn du deine Scheiben reinigst, geht mit der Zeit der Aufdruck ab. Dies ist nicht weiter schlimm. Die Frisbee fliegt auch ohne Aufdruck. Wenn du einen Hund hast, welcher auf den Scheiben kratzt, geht der Lack auch ab.

Ist der Rand der Frisbee leicht aufgeraut oder eingerissen, kannst du dies mit Schleifpapier beheben. Schleife den Rand ab, so dass dieser glatt und fein ist. Grosse Absplitterungen und Risse kannst du mit einem Feuerzeug flicken. Erwärme die Stelle bis das Plastik weich wird. Nun kannst du die Stelle mit dem Finger verstreichen, flach drücken. Anschliessend mit Schleifpapier nachbessern.

Falls du für die Minidistance andere Scheiben verwendest, leg dir diese bereit. Du weisst, Minidistance spielst du mit nur einer Frisbee. Du darfst aber eine zweite Frisbee aufs Feld bringen. Diese gibst du dem Linienrichter ab. Falls dein Hund die erste Frisbee während des Spiels zerlegt, darfst du die zweite Frisbee nutzen. Tausche die Scheibe mit dem Linienrichter.

2. Der Songtext besteht nur aus „Fuck you Baby“

Freestyle spielst du zur eigens ausgewählten Musik. Du kannst für jede Runde ein anderes Lied wählen, also zwei Songs oder du nimmst für beiden Runden das gleiche Stück. Brenne dein Lied auf eine CD – und zwar nur dieses eine oder diese zwei Songs. Mittlerweile nehmen viele Veranstalter deine Musik auch auf USB-Sticks entgegen. Achte darauf, dass der Stick ansonsten leer ist.

Wir haben es schon erlebt, dass Sticks bis zum Bersten voll waren. Da braucht das Laden auf dem Computer eine Weile. Somit verzögert sich dein Start. Bei der CD ist es wichtig, dass du diese ab und an prüfst. Durch häufiges Nutzen oder unsachgemässe Lagerung entstehen Schäden. Die CD läuft nicht oder das Lied springt.

Deine Kür dauer zwei Minuten. Somit sollte dein Lied mindestens so lange laufen. Denk daran, dass du noch ein Intro zeigst und die Zeit erst ab der ersten geworfenen Scheibe läuft. Wenn dein Lied 2.5 Minuten läuft ist das viel besser.

Wann kommt der schöne Teil bei deinem Lied? Gibt es ein langes, langweiliges Intro? Schneide dir dein Lied zurecht. Schneide raus was nicht gefällt. Denk aber an die 2.5 Minuten.

Hör dir dein ausgewähltes Lied an. Was wird da gesungen? Wovon handelt der Song? Was für Wörter werden verwendet? Du spielst auf einem öffentlichen Turnier. Da wirst du junge Leute, ältere Menschen und Familien antreffen. Ist dein Song für diese Leute kompatibel?

Schmeichelt das Lied dir und deinem Hund? Passt es zu euch? Macht es Laune? Ein Freestyle-Song ist fröhlich und animiert die Leute zum Mitfeiern. Auch sollte das Lied nicht hektisch sein, sonst wirst du automatisch auch hektisch. Bei einem langsameren Hund passt ein langsameres Lied. Ist es zu langsam, wirkt eure ganze Darbietung schläfrig.

Nimm deine Kür auf Video auf. Während du das Video schaust, kannst du verschiedene Lieder dazu laufen lassen. Was passt? Du wirst es merken.

3. Dein Hund ist ständig an deiner Seite und erst noch ohne Leine

Turnier ist anders als Training. Dein Hund ist den ganzen Tag mit dir unterwegs. Der Start ist für ihn nicht spektakulär. Wobei es Hunde gibt, die Lieben den Auftritt. Aber, er ist den ganzen Tag mit dabei und das kann grossen Einfluss haben.

Gewöhne deinen Hund vorgängig an eine Box – am besten eine Faltbox, die ist leicht und lässt sich gut transportieren. Bring deinen Hund während des Tages immer wieder in die Box. Oder, wenn es das Wetter zulässt ins Auto.

Dein Hund hat so die Möglichkeit runterzufahren. Er kann sich zurückziehen und schlafen. Oder zumindest dösen.

Wie sieht der Alltag aus? Die meisten von uns gehen arbeiten. Das heisst, unsere Hunde sind alleine zu Hause oder mit uns auf Arbeit. Was tun sie? Sie liegen rum und schlafen. Genau dies nehmen wir den Hunden aber auf dem Turnier.

Wir denken sie wollen bei uns sein. Sie sollen das Geschehen miterleben. Aktiv am Turnierleben teilnehmen. Aber das wollen sie gar nicht und das brauchen sie auch nicht.

Gönne deinem Hund den Alltag auf dem Turnier und gib ihm die Rückzugsmöglichkeit.

Dein Hund ist gut erzogen, folgt dir auf Schritt und Tritt und im Alltag gehst du überall ohne Leine hin. Super, ich finde das toll. Nicht aber auf dem Turnier.

Dein Hund gehört an die Leine – ausser während des Starts. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren und dein Hund läuft weg. Auch wenn er das sonst nicht macht und noch nie gemacht hat.

Dies gefährdet deinen Hund und kann andere Hunde und Menschen gefährden. Rennt dein Hund auch noch aufs Spielfeld, gefährdet es den gerade laufenden Start.

Sei fair und nimm deinen Hund an die Leine.

4. Du stehst den ganzen Tag im Regen, hast hunger und bist sauer

Besorg dir einen Pavillon welchen du am Spielfeldrand aufstellst. So hast du die Möglichkeit das Treiben hautnah mitzuerleben, bist aber geschützt vor Wind, Wetter und Sonne. Falls du dir diese Investition nicht gleich leisten möchtest, frag deine Freunde, Trainingspartner ob du dich dazu setzen darfst. Beachte, dass dein Hund ebenfalls einen Schattenplatz verdient.

Bring dir einen bequemen Campingstuhl mit. Du wirst einige Stunden darin verbringen. Auf jedem Turnier gibst es Verpflegung. Trotzdem schadet es nicht eine grosse Wasserflasche dabei zu haben. Und etwas Kleines zum Knabbern. Hilft auch gegen Nervosität.

Ich empfehle dir Videos von verschiedenen Küren zu machen. So hast du gleich neue Inputs für deine Kür. Und es ist eine schöne Erinnerung an dein erstes Turnier. Sicherlich filmt jemand deinen Start – fragen kostet nichts.

5. Der Starter vor dir geht vom Feld und schon stehst du in der prallen Hitze – bis die Richter ausgewertet haben

Wie du weiter oben gelesen hast, DiscDogger feiern sich gegenseitig. Es gehört dazu, dass du den ganzen Tag vor Ort bist und dir die Küren der anderen Spieler anschaust. Eigentlich ist es wie eine ganztägige Party. Es wird gefeiert und gelacht, gegessen, getrunken und rumgehangen.

Gibt es was Schöneres?

Trotzdem ist es eine Sportveranstaltung, verhalte dich auch so. Völlig überbordendes Verhalten ist unangebracht und gehört nicht in die Öffentlichkeit.

DiscDogger sind keine Frühaufsteher. Die meisten Turniere gehen erst nach 9:00 Uhr los. Natürlich bist du früher da um zu melden und deinen ganzen Kram aufzustellen. Achte auf den Zeitplan auf der Homepage des Veranstalters oder auf die Infos per Mail.

Schaue dir die Starts der anderen Spieler an. So bekommst du ein Gefühl für die Zeit. Schau dir ab, wie der Ablauf funktioniert und was die anderen machen. Lass dich nicht nervös machen. Der Trainingsstand und das Können sind ganz unterschiedlich. Du wirst Spieler antreffen, welche viel mehr können und zeigen. Egal, du bist gut vorbereitet.

Beginne vor deinem Start früh genug damit deinen Hund aufzuwärmen und deine Sachen vorzubereiten. Deine Scheiben sind sortiert und die Musik liegt ebenfalls griffbereit.

Nach jedem Freestyle-Start brauchen die Richter Zeit für die Auswertung. Du wirst als nächster Starter bereits aufgerufen, musst aber nicht gleich auf das Feld rennen. Halte dich bereit, bleib noch im Schatten mit deinem Hund. Du wirst es erfahren, wenn die Richter bereit sind und dann gehört das Feld dir.

Es macht dich nur nervös, wenn du zwei Minuten auf dem Feld stehst und warten musst, bis die Richter soweit sind. Warte lieber an der Seite.

Nach dem letzen Starter und vor der Siegerehrung kannst du deine Sachen zusammen räumen. Es ist selbstverständlich, dass du an der Siegerehrung dabei bist.

6. Du ärgerst dich über die Richter – die haben doch keine Ahnung

An der Siegerehrung bekommst du deinen Auswertungsbogen. Lass dir diesen von anderen Startern erklären. Und frag die Richter. Ist dir etwas nicht klar oder möchtest du ein generelles Feedback, docke bei den Richtern an.

Aber bitte erst, wenn diese Feierabend haben und somit Zeit für dich haben. Gehe zu den Richtern und stelle deine Fragen. Frag nicht „wie fandest du mich“. Überlege dir konkrete Fragen. Die Antworten helfen dir dich zu verbessern. Oder etwas besser zu verstehen.

Es gibt nichts Schlimmeres als nach dem Turnier über die Richter zu lästern. Kläre das gleich vor Ort und zwar mit den Richtern. Nur sie wissen, warum sie so oder anders gewertet haben.

Wenn du dich ärgern willst, ärgere dich über dich. Nicht über andere Spieler, nicht über Richter und schon gar nicht über deinen Hund.

Richten ist ein harter Job und häufig kommen blöde Kommentare statt ein Lob. Ich meine, ohne Richter kein Turnier. Somit sollten wir unsere Richter mehr ehren und ihnen unseren Dank zeigen. Auch als Anfänger.

7. Du bist alleine ans Turnier gekommen, während des Tages alleine geblieben und gehst alleine nach Hause

Du hast viel freie Zeit auf dem Turnier. Verkriech dich nicht unter deinem Pavillon. Geh raus und geh auf andere DiscDogger zu. Nirgendwo anders wirst du so viele DiscDogger auf einem Haufen kennen lernen. Nutze die Gelegenheit.

Vielleicht ergeben sich daraus neue Trainingsmöglichkeiten, du findest einen Seminarleiter, einen neuen Scheiben-Dealer oder einfach nur Leute, mit welchen du richtig Spass hast.

Auf einem Turnier bekommen die Facebook-Gesichter eine Persönlichkeit. Du lernst die Leute richtig kennen.

Aber, du musst auf die Leute zugehen. Und über ein nettes Gespräch hat sich bis jetzt jeder DiscDogger gefreut.

Viel Spass und geniesse es

Dies ist nun kein Fehler. Dies ist genau das was ich dir wünsche. Nun drücke ich die Daumen für deinen ersten Turnierstart und freue mich einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Hast du weitere Fragen oder bist du dir in einem Punkt nicht sicher? Schreib uns eine Mail auf info@hundespass.ch. Gerne beantworten wir deine offenen Fragen.

Und, wie war dein erster Turnierstart? Was ging in die Hose und was hat dich richtig gefreut? Nutze das Kommentarfeld unten und teile uns deine Erlebnisse mit.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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