Hundefrisbee lernen – finde den richtigen Seminarleiter

Hund zeigt auf Frisbee-Seminar
Wo bitte geht’s zum Seminar? – Foto by MMMM Fotografie

Wir sind öfters gefragt worden, ob wir nicht Lust hätten ein Hundefrisbee-Seminar anzubieten. Bis jetzt haben wir immer abgelehnt. Ich habe darüber nachgedacht was es bedeutet Seminarleiter zu sein. Was musst du alles mitbringen um den Teilnehmern Hundefrisbee zu lernen?

Was ist ein Seminar

Ein Seminar ist eine Lern- und Lehrveranstaltung, die dazu dient, Wissen in kleinen Gruppen interaktiv zu erwerben oder zu vertiefen. Seminare werden von einem Seminarleiter bzw. Trainer durchgeführt. Wikipedia

Somit sind ein Schnuppernachmittag und ein Frisbee-Training auch bereits ein Seminar. Also ist jeder von uns schon mal in die Rolle eines Seminarleiter geschlüpft.

Mit dem Hobby Geld verdienen

DiscDoggen ist für uns eine Freizeitbeschäftigung und damit wollen wir kein Geld verdienen. Sobald eine Dienstleistung gegen Geld angeboten wird, steigt die Erwartungshaltung. Können wir diese Erwartungen erfüllen? Wollen wir uns den Teilnehmern die bezahlen in diesem Ausmasse stellen?

Es ist definitiv etwas Anderes ob ich mein Wissen und mein Können kostenlos oder gegen kleines Geld weiter gebe. Oder, ob ich mit dieser Wissensvermittlung Geld im meine eigene Kasse verdiene.

Nur, was ist angemessen?

In Europa werden 2-Tages-Seminare zwischen 140 und 280 Fr. angeboten. Vergleiche die Angebote und schaue was in den Seminargebühren alles enthalten ist. Wenn ich das Angebot mit anderen Hundekursen vergleiche, sind wir im Hundefrisbee sehr preisgünstig.

Dies bedeutet nicht, dass die Qualität nicht stimmt. Dies zeigt nur, dass viele Seminarleiter DiscDogging leben und nicht als erstes das Geld im Hinterkopf haben. Vielen Dank dafür.

Trotzdem bin ich nicht dafür, dass jeder DiscDogger sich gleich als Seminarleiter anbietet. Es gehört einiges dazu Anderen Hundefrisbee zu lernen. Und, nur weil du ein Turnier gewonnen hast, heisst es noch lange nicht, dass du ein guter Seminarleiter bist.

Ich habe im Bereich Erwachsenenbildung gearbeitet und erzähle euch von meinen Erfahrungen. Dies ist hauptsächlich allgemeines Wissen und nicht speziell auf Hundefrisbee zugeschnitten. Denn, Seminare sind in ihrer Hauptstruktur völlig losgelöst vom Thema. Es geht immer darum Wissen interaktiv zu erlernen.

Der Mensch steht im Vordergrund

Du musst dich nicht nur mit Hunden auskennen sondern vor allem mit Menschen umgehen können. Im Hundefrisbee hast du hauptsächlich mit Menschen zu tun. Das muss dir bewusst sein und liegen.

Wenn du gerne mit Menschen arbeitest, hast du gute Voraussetzungen. Sind dir die Fragen der Leute aber zu mühsam, solltest du besser was Anderes machen.

Das Thema Hund darf dir nicht fremd sein

Hundekenntnisse sind ein wichtiger Punkt. Jeder Hund ist anders und du kannst nicht davon ausgehen, dass jeder Hund so reagiert wie deiner. Je mehr du über Hunde weisst und je mehr Hunde du erlebt hast umso besser sind deine Erfahrungen.

Gerade wenn ein Team an seine Grenzen kommt kannst du von diesen Erfahrungen profitieren um dem Team weiter zu helfen.

Der Trainer ist oft nicht der beste Spieler

Du musst nicht der beste Spieler auf Erden sein. Du musst Andere zum besten Spieler der Welt machen. Klar ist es wichtig, dass du die einzelnen Würfe kannst und weisst wie diese heissen. Du musst schon wissen wovon du sprichst. Das alleine nützt dir nichts, wenn du nicht erklären und zeigen kannst wie es funktioniert.

Auch den Aufbau mit dem Hund musst du selbst schon gemacht haben um authentische Seminare zu geben. Noch besser, wenn du verschiedene Hunde aufgebaut hast.

Das Seminar beginnt nicht erst mit der Durchführung

Die Arbeit beginnt nicht erst am Seminar. Es bedarf einiges an Vorbereitung. Mach dir Gedanken welches Wissen du vermitteln willst. Denk daran, es muss für die Teilnehmer umsetzbar sein. Auch später ohne dich. Sonst ist das Seminar am Ziel vorbei geschrammt.

Die Abwechslung macht es. Biete den Leuten verschiedene Sachen an. Nicht stundenlanges Scheibenwerfen. Was gehört alles dazu Hundefrisbee zu lernen? Während du mit den Einzelteams arbeitest ermögliche den anderen Teilnehmer die Erfahrungen in eigenen Aufgaben an.

Halte die Theorieteile kurz. Gerade Hundefrisbee ist ein Thema das erlebt werden will. Theorie ist wichtig, versuche den Praxisbezug zu machen. Lass die Leute schnell aktiv werden.

Die Motivation etwas zu ändern

Die Leute melden sich freiwillig zum Seminar. Aber die wenigsten wissen was sie vom Seminar wollen. Unter dem Seminarthema kann vieles verstanden werden. Versuch zu Beginn für jeden einzelnen Teilnehmern ein Ziel herauszuarbeiten. Zeige die erreichten Teilerfolge auf. Dies motiviert.

Oft wollen die Teilnehmer zu Beginn an sich arbeiten und etwas verändern. Wird es mit der Zeit harzig, mühsam und langwierig hörst du sie sagen: Eigentlich passt das schon so. Das kann ich jetzt halt einfach nicht. Ist ja nicht so wichtig. Das wollte ich eh noch nie machen.

Zeige den Leuten auf wo Änderungen passiert sind. Versuche das Ziel lebhaft zu visualisieren. Frag die Leute was sie bis jetzt gemacht haben um etwas zu verändern. Was könnte noch unternommen werden und wie kannst du ihnen helfen?

Du bist der Seminarleiter, aber nicht mehr

Bleib als Seminarleiter flexibel. Du wirst an viele verschieden Situationen herantreten und musst darauf reagieren. Es gehört dazu zu sagen, dass du etwas nicht weisst oder gerade keine Lösung hast. Dies macht dich glaubwürdiger als wenn du ins Blaue heraus etwas erzählst.

Schaffe eine gute Atmosphäre. Sprich es an, wenn etwas in der Luft ist. Halte die Augen offen ob sich alle wohl fühlen. Es ist nicht jedem Teilnehmer gegeben sich hinzustellen und vor aller Augen einen neuen Wurf zu üben oder sich auf dem Boden zu wälzen um einen neuen Trick mit dem Hund einzustudieren. Du musst die Unsicherheit erkennen.

Stell nicht dich in den Vordergrund. Es ist überhaupt nicht wichtig was du alles erreicht hast. Das stand in der Ausschreibung oder auf deiner Homepage. Die Leute bezahlen nicht um etwas über dich zu erfahren. Sie wollen etwas über sich erfahren. Nicht du sollst leuchten. Das Seminarthema muss glitzern, glänzen und leuchten.

Wer stört

Wo Leute zusammen arbeiten kann es zu Störfällen kommen. Als Seminarleiter musst du merken, wenn sich in der Gruppe etwas verändert. Du musst es ernst nehmen und dich dahinter klemmen. Wer stört, was stört und wie bringst du die Gruppe wieder zum Arbeiten?

Mach dir vor dem Seminar Gedanken wie du mit verschiedenen Störfällen umgehen wirst.

Was ist für dich ein guter Seminarleiter?

Schade ist es, wenn du erst am Seminar merkst, dass dir ein Trainer nicht gefällt. Verschiedenes kannst du im Vorfeld abklären:

  • Informiere dich über den Seminarleiter, dieser hat bestimmt eine Homepage oder Facebook.
  • Frag andere Leute nach Seminarleitern die ihnen gut gefallen haben. Das warum ist vor allem wichtig. Denn das was dir gefällt, muss deinem Teamkollegen nicht auch gefallen.
  • Schau dir das Spiel und den Umgang des Seminarleiters mit dem Hund live oder in einem Video an. Was gefällt dir?
  • Nimm vorgängig mit dem Seminarleiter Kontakt auf, sprich ihn auf einem Turnier an. So kommt ihr ins Gespräch und du kannst dir ein Bild machen.
  • Studiere die Ausschreibung und vergleiche die Angebote. Was willst du vom Seminar?

Am Schluss musst du die Erfahrung selbst machen. Sollte etwas nicht passen, sprich es gleich an. Nur so gibst du dem Seminarleiter die Möglichkeit etwas zu ändern. Und das Seminar kann noch zum vollen Erfolg werden.

Wie suchst du dir Seminare und Seminarleiter aus? Worauf achtest du? Was ist für dich wichtig? Was geht gar nicht?

Schreibe uns deine Erfahrungen unten im Kommentarfeld.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

4 Kommentare zu “Hundefrisbee lernen – finde den richtigen Seminarleiter

  1. Hey Sandra,
    was ein schönes Thema!
    Ich habe mir dazu vor unserem ersten Seminar (unter Hundeplatz-Kollegen kostenfrei angeboten!) auch viele Gedanken gemacht – andere haben es einfach auf sich zukommen lassen. Als Lehrerin war mir klar, man muss dem Halter ja pädagogisch sinnvoll entgegentreten und darf nicht davon ausgehen, dass er genauso „trainiert“ wie wir in unsrer Frisbee-Gruppe. Und alle haben immer gesagt: „Die Linda macht das schon gut. Die ist schließlich Lehrerin!“ Tja, vielleicht hab ich die theoretische Pädagogik dabei, dafür aber nicht das praktische Repertoire. 😀
    Ich glaube, wir profitieren davon, dass wir mit drei-vier Leuten zum Seminar fahren und die Seminarteilnehmer so direkt unterschiedliche Herangehensweisen erfahren. Und wir können die Teilnehmer „tauschen“, wenn einer nicht weiter weiß. Das fanden die Betroffenen bisher gut.

    • Hi Linda

      Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Anderen auf dich verlassen haben. Mit deiner Erfahrung als Lehrerin bringst du ja auch ganz viel mit. Da ist es auch logisch, dass du dir vorgängig einen Kopf machst und Andere es einfach auf sich zukommen lassen.

      Wie du so schön schreibst, ich finde auch dass es die Mischung macht. Bei uns ist es ganz ähnlich. Ich bringe die ganzen pädagogischen Sachen ein und Sandro ist der Frisbee-Profi.

      Ich hoffe auch euch hat es Spass gemacht und ihr macht mal wieder ein Seminar.

      Liebe Grüsse
      Sandra

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