Wie Thomas Fischer Dogfrisbee Europameister (USDDN) wurde – finde es heraus

DiscDog Europameister Thomas Fischer
Thomas: Da ich ohne meine Freundin und ohne meine lieben Hundis niemals Europameister geworden wäre. Sie hat mich extrem unterstützt und ausgehalten.

Am 16. August 2015 ist Thomas Fischer zusammen mit seinem Hund Bolle Europameister im USDDN geworden.

Wir wollen wissen wer Thomas ist, wie er zum DiscDoggen kam und welche Tipps er für uns hat. Wir haben Thomas ein paar Fragen gestellt und ihn als sehr sympatisch kennen gelernt. Er hat eine gesunde Einstellung zum Sport und macht sich viele Gedanken. Aber, lies selbst…

Thomas, wie bist du zum Sport gekommen?

Erstmalig bin ich vor knapp 10 Jahren auf den Sport aufmerksam geworden, als ich eine Vorführung in Leipzig auf der Hundemesse sah. Nach Umwegen über Dummyarbeit, Agility, Tricktraining und diversen anderen Aktivitäten mit Hund, fing ich vor knapp 2,5 Jahren mit Dogfrisbee an.

Warum Hundefrisbee? Was ist die Faszination?

Die Faszination an diesem Sport ist, dass man mit seinem Hund eine gleichberechtigte Einheit bildet.

Inwiefern hat sich dein Leben verändert seit du Hundefrisbee spielst?

Ich lerne sehr viele neue Menschen kennen und bin viel unterwegs.

Wie oft trainierst du?

Mit Hund übe ich etwa 2-3-mal pro Woche. Je nach Wetter in etwa 2-5 Minuten Intervallen und das Ganze dann 3-4 Mal mit Pausen. In diesen übe ich dann ohne Hund.

Wie wichtig ist für dich das Training in einer Gruppe? Trainierst du die Gruppe?

Das Training in einer Gruppe ist mir sehr wichtig. Es ist von Vorteil, da jeder Einzelne einen anderen Blickwinkel hat und somit bei verschiedenen Elementen alles berücksichtigt werden kann. Ich brauch aber auch das Spiel für mich allein. Aktuell ist es 50:50.

Ich habe unser Team anfänglich aktiv trainiert und gehe nun Stück für Stück hin zum passiveren Übungsleiter. Ich möchte damit erreichen, dass sich alle in unserem Team auf Augenhöhe einbringen und ein Blick, sowie ein Gefühl für den Sport bekommen.

Was genau trainierst du, einzelne Sets, ganze Kür, Würfe, Tricks?

Als erstes werden einzelne Elemente geübt. Wenn diese klappen werden sie in Sets zusammen geübt und dann letztendlich die gesamte Kür. Wobei wir selten diese am Stück üben, sondern eher die Sets. Dem voran geht das wichtige Wurftraining.

Spielst du nach einer festen Kür oder komplettes Freestyle?

Die eine feste Kür habe ich nicht. Ich würde es eher als einen Plan oder Grundgerüst beschreiben. Je nach Verfassung des Hundes und mir, dem Wetter oder unvorhergesehenen Gegebenheiten wird der Plan darauf abgestimmt.

Wann ist für dich der Zeitpunkt, neue Elemente in deine Kür einzubauen?

Der Zeitpunkt ist, wenn es etwas gibt, dass mir keinen Spaß mehr macht oder meinen Hund geistig nicht mehr herausfordert. Grob gesagt: jeden Monat ersetze ich ein bestehendes Element oder einen Wurf durch etwas Neues.

Wie leicht oder schwierig fällt dir das Werfen? Was sind deine Lieblingswürfe und welchen Wurf kriegst du einfach nicht hin?

Werfen fällt mir nicht enorm schwer, aber ich übe neue Würfe auch sehr intensiv.

Einen konkreten Lieblingswurf habe ich nicht. Ich mag es neue und anspruchsvolle Würfe zu probieren. Diese gefallen mir meist auch am Besten. Aktuell ist es bei mir der Fallrückzieher (ich als Nichtfussballer), der mir schwer fällt, aber auch am meisten Spaß macht.

Machst du eine Winterpause? Wenn ja, warum? Wenn nein, wie sieht das Training im Winter aus?

Wir machen keine Winterpause in dem Sinne. Wir trainieren, wenn das Wetter passt und stimmen das Training auf dieses ab. Im Winter liegt der Schwerpunkt auf den Laufelementen, Tricks und Basics. Werfen ohne Hund ist ja auch im Winter möglich.

Königsdisziplin Freestyle oder Minidistance und warum?

Beides hat seinen Zauber. Im Freestyle geht es um die absolute Kommunikation zwischen Hund und Mensch als gleichberechtigte Partner.

Bei der Minidistance heißt es hop oder top. Man muss in diesen wenigen Sekunden punktgenau eine Leistung als Team abgeben.

Momentan aber Freestyle.

Du und dein Hund sind Europameister geworden. Denkst du das ist mit jedem Hund möglich oder was bringt dein Hund spezielles mit? Was für eine Rasse ist dein Hund und wie alt ist er?

Bolle ist ein Malinois (belgischer Schäferhund) und drei Jahre jung.

Ich denke nicht, dass jeder Hund Europameister werden kann. Manche Hunde haben starken Spieltrieb und manche etwas weniger. Viele lieben die Scheibe mehr als ihr Futter und einigen ist es eben auch mal zu warm zum Spielen. Das ist absolut in Ordnung. Ziel beim Dogfrisbee spielen sollte nicht sein Europameister zu werden. An Bolle schätze ich sehr seine hohe Auffassungsgabe und Anpassungsfähigkeit. Natürlich hat jeder Hund seine Stärken, aber auch Schwächen. Ich versuche immer Erstgenannte bei meinen Hunden auszuspielen.

Den Judges bei der Europameisterschaft hat dies gefallen. Beim nächsten Turnier kann das ganz anders aussehen.

Hast du noch weitere Hunde? Wie ist es für dich mit verschiedenen Hunden Freestyle zu spielen? Hast du für jeden Hund ein komplett anderes Spiel?

Wir haben drei Hunde, 42 kg, 26 kg und 6 kg.

Es ist mit jedem Hund anders und man muss sich als Spieler darauf einstellen. Nur so macht es uns, sowie unseren Hunden Spaß und keiner verletzt sich.

Hat dein Hund eine spezielle Angewohnheit, eine Macke?

Bolle ist ein junger Heißsporn, der grad intensiv lernt sich zu entspannen, wenn er nicht mit Spielen an der Reihe ist.

Hundefrisbee ist gefährlich, vor allem für grosse Hunderassen. Wie siehst du das und wie gehst du mit dem Thema Gesundheit um?

Ich denke nicht, dass Frisbee gefährlich für große Hunde sein muss, aber kann.

Man muss sich absolut auf diesen Hund einlassen, das spielen was er anbietet und nicht mehr.

Gesundheit ist ein sehr wichtiges und großes Thema, das hier den Rahmen sprengt. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wie bei letztendlicher jeder Sportart und besonders am Anfang, unter Anleitung zu trainieren und den Hund vom Arzt checken zu lassen.

Unsere Hunde sind Familienhunde/-mitglieder und keine Arbeitsgeräte. Sie werden regelmäßig gecheckt und sind fit. Ihr Wohl hat in allen Bereichen höchste Priorität.

Welche Fehler hast du am Anfang gemacht und was würdest du bei deinem nächsten Hund anders machen?

Meine Begeisterung für den Sport ist so enorm, dass ich mit Basco, der vor Bolle da war, recht viel spielen wollte. Er machte aber nicht wirklich mit und es steigerte auch nicht seine Motivation auf den Sport. Ich musste mit ihm absolut bei Null anfangen. Mittlerweile spielt er sehr gern und zuverlässig. Außerdem weiß ich, dass weniger mehr ist. Wenn ich zu viel Trieb auf die Scheibe habe, übe ich allein werfen.

Hast du dich auf die EC speziell vorbereitet, wie?

Nein, ich trainierte mit meinem Hund wie immer. Kurz davor habe ich mir einen neuen Wurf angeeignet, der dann aber bei der EC nicht geklappt hat 😉

Machst du neben Frisbee noch andere Sportarten mit deinem Hund?

Ja, beziehungsweise auch das gesamte Team. Wir machen Longieren, Dummyarbeit, Zielobjektsuche und Tricktraining.

Welche Frisbee-Scheiben spielst du? Nutzt du für die Minidistance eine andere Scheibe? Hast du je nach Wind unterschiedliche Scheiben?

Ich spiele mit Hero Air (ja, mein Mali tackert die fast gar nicht) und für Minidistance verwende ich die Hero Xtra Distance. Ob Wind oder nicht, die Scheibenauswahl bleibt bei mir gleich.

Was gibst du einem Anfänger mit auf den Weg. Welches sind in deinen Augen die wichtigsten Punkte die es zu beachten gilt?

Wieder das Riesenthema: gesundes Spiel! und Basics, Basics, Basics!

Wir selber haben mit jedem Hund mindestens zwei Monate nur Basics gemacht. Danach spielen wir mit jedem Hund zunächst wochenlang nur Laufelemente. Dabei soll der Hund die nötige Muskulatur entwickeln und ein Gefühl für die Scheibe und deren Flugbahn bekommen. In dieser Zeit erkennt man dann grob, was der Hund noch so anbietet.

Wirst du dir für nächstes Jahr Ziele setzen und wie sehen diese aus?

Mein Ziel ist es, dass ich noch ruhiger im Spiel werde.

Hast du Vorbilder im Sport? Wer sind diese Vorbilder?

Direkte Vorbilder habe ich nicht. Ich habe einige Spieler, bei denen ich mir verschiedene Eigenschaften zum Vorbild nehme.

Welches waren die Probleme, an welchen du hart arbeiten musstest? Wie hast du diese Probleme gelöst?

Mein größtes Problem ist meine Aufregung und Nervosität. Sie steht mir am meisten im Weg. Daran arbeite ich immer noch intensiv und habe noch keine letztendliche Lösung gefunden. Manchmal kann ich mich gut runterfahren und manchmal nicht.

Über Thomas Fischer

Mein Name ist Thomas und meine Hunde sind Basco und Bolle. Mein aktueller Turnierfrisbeepartner ist Bolle. Er ist ein Malinois und drei Jahre jung.

Bolle hat mit mir letztes Jahr, in unserer ersten Frisbeesaison, die deutsche Meisterschaft Freestyle USDDN gewonnen und dieses Jahr die Europameisterschaft Freestyle USDDN.

Unser Team kommt aus Leipzig und heißt „Team Flight Doggers“, bestehend aus insgesamt sechs Hunden: einer kleinen Mischlingshündin, einer französischen Bulldogge, einem Dobermann, einem Malinois-Ridgback-Mix, einem Malinois und einem Rottweiler-Bordercollie-Schäferhund-Mix und sechs Haltern.

Facebook-Seite von Team Flight Doggers

Gerne kannst du Thomas deine Glückwunsche, eine Rückmeldung oder deine Fragen im Kommentarfeld ganz unten hinterlassen.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

2 Replies to “Wie Thomas Fischer Dogfrisbee Europameister (USDDN) wurde – finde es heraus”

  1. Wir gratulieren Thomas nochmals ganz herzlich. Er ist nicht nur Europameister sondern bereits zum 2. Mal Deutscher Meister. Tolle Leistung und herzlichen Glückwunsch.

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