Hundefrisbee – 10 Safety first Punkte [Teil 2]

Sicherheit im Hundefrisbee
Sicherheit im Hundefrisbee-Sport – Teil 2

In Teil 1 unserer Hundefrisbee-Sicherheits-Serie hast du gelesen, wie wichtig ein guter Trainingsplatz ist. Worauf es bei der Wahl der Frisbee ankommt und wie du deinen Hund auf das Spiel vorbereitest.

Lies in Teil 2 nun die Anforderungen an dich und deinen Hund. Wie kannst du dich auf ein gesundes Frisbeespiel vorbereiten? Was muss dein Hund mitbringen? Und erfahre, wie du zu einer gesunden Hundefrisbee-Oma kommst.

6. Ohne Kontrolle über die Frisbee geht es nicht

Das wichtigste für die Gesundheit deines Hundes bist du!

Lerne das Werfen und sei Meister über die Frisbee.
Wirf die Frisbee vom Hund weg und niemals auf dem Hund zu. Achte darauf, dass die Frisbee parallel zum Boden fliegt. Steigt diese in die Luft, hechtet dein Hund hinterher und wird unsanft auf dem Boden aufkommen.

Das Timing ist wichtig. Wenn dieses stimmt, hat dein Hund gute Chancen die Frisbee noch in der Luft zu fangen. So vermeidest du die belastenden Stopp and Go Spiele, welche es mit dem Ball oder Kong gibt.

Lass dir das richtige Werfen zeigen und erklären. Bestimmt findest du eine Gruppe in deiner Nähe. Dort kannst du unverbindlich vorbei gehen und die Leute zeigen dir die ersten Schritte mit deinem Hund.

Aber Achtung, die Frisbee-Treffs haben ein gewisses Suchtpotential. Es gibt Leute, welche immer wieder hin gegangen sind und nie mehr vom Virus loskamen…

7. Lasse deinen Hund nie mit Vollgas einen Übersprung machen

Oh ja, spektakulär ist es einem DiscDog zuzuschauen. Er springt seinem Spieler auf den Rücken und nutzt diesen als Sprungbrett. Von dort geht es in die Luft einer Scheibe hinterher.

Beim DiscDogging zeigt der Hund verschiedene Tricks und Sprünge. Bitte übe zuerst fleissig die Scheibe kontrolliert zu werfen. Lass dir von erfahrenen Spielern zeigen wie der Sprung mit dem Hund aufgebaut wird. Auf Timing und die richtige Höhe kommt es an.

Die Sprünge müssen nicht hoch sein. Du kannst für einen Sprung auf die Knie gehen und die Höhe für deinen Hund geringer machen.

Baue nicht zu viele Sprünge ein. Wichtig im Training, dass du die Sprünge nicht immer wieder wiederholst. Zehn Backvaults (Sprung vom Rücken) hintereinander zu trainieren ist belastend für den Hund.

Bedenke die Geschwindigkeit deines Hundes. Lässt du diesen aus 15 Meter und mehr anrennen und Anlauf holen, ist ein Crash vorprogrammiert. Dein Hund kommt angeschossen und macht einen Sprung über dein Bein. Durch die aufgebaute Geschwindigkeit springt er flach und es kann passieren, dass er in statt über dein Bein springt.

Versuch vor den Sprüngen einen kleinen Stopp einzubauen oder nimm deinem Hund die Geschwindigkeit indem er noch eine Drehung macht vor dem Sprung. Oder geh deinem Hund entgegen und verringere so die Distanz.

Lies dazu auch die Tipps aus dem Seminar mit Adrian Stoica.

8. Übertreibe und dein Hund muss es büssen

  • Häufige Wiederholung von belastenden Tricks
  • Zu hohe Sprünge
  • Zu viele Turniere
  • Zu viel Training

Wenn du kein Mass kennst und es übertreibst, muss dein Hund das büssen.

Wie oben erwähnt, lass deinen Hund nicht zu hoch springen und vermeide Wiederholungen von belastenden Tricks. Dazu gehört für mich der Reverse. Dabei springt dein Hund von deinem Körper ab und macht eine Drehung.

Beim Reverse hat dein Hund gleich mehrere Belastungen. Zuerst stösst er auf deinen Körper um sich von dort abzudrücken. Dabei dreht er sich und zum Schluss kommt die Landung auf dem Boden.

Bei einem reinen Übersprung über das Bein ist viel weniger Belastung drauf.

Für deinen Hund soll das Frisbeespielen was Besonderes bleiben. Jedes Wochenende von Turnier zu Turnier fahren ist nicht das höchste der Gefühle. Macht es deinem Hund auch grossen Spass zu Hause zu sein und eine schöne Wanderung mit dir zu machen. Die Abwechslung macht es aus.

Dies betrifft auch das Training. Um Muskeln aufzubauen und zu erhalten ist regelmässiges Training nötig und wichtig. Jeden Tag zu trainieren tut dem Körper nicht gut. Die Muskeln brauchen ihre Regenerations-Phase.

Trainierst du in zu grossen Abständen, bilden sich die Muskeln zurück oder zumindest kann kein Wachstum stattfinden. Dies merkst du auch bei der Kondition deines Hundes.

9. Jung, gesund und los geht‘s

Ja, du kannst mit jedem Hund Frisbee spielen. Das Spiel kann individuell angepasst werden. Mit einem grossen schweren Hund solltest du die Sprünge auf ein Minimum reduzieren oder weglassen.

Dein Hund muss körperlich gesund sein. Bereits überbeanspruchten Hunden welche Probleme mit den Gelenken haben tut Frisbee nicht gut. Ist dein Hund dann auch noch gross und schwer, lass die Finger davon.

Schnell ist es passiert, dass dein Hund zu viel Tempo aufnimmt, krasse Bremsungen zeigt und einer viel zu hohen Scheibe nachhechtet.

Dies ist für den gesunden Hund nicht gesund. Sollte aber auf keinen Fall mit einem angeschlagenen Hund gespielt werden.

Gib deinem Hund die Zeit damit sein Körper richtig auswachsen kann. Natürlich kannst du deinen Hund früh an die Frisbee gewöhnen und das Apportieren beibringen. Bevor du aber richtig Vollgas gibst und Sprünge einbaust, muss das Wachstum des Hundes abgeschlossen sein.

Wie in anderen Hundesportarten empfehlen wir den Start auf einem Turnier frühestens mit 18 Monaten. Beim reinen Distanzspiel (Minidistance) kann der Hund früher seine ersten Turniererfahrungen sammeln.

10. Im Alter wird alles gemächlicher

Wie ist es mit dem alten Hund?

Als wir vor sechs Jahren in den Sport eingestiegen sind, waren viele Hunde in der Blüte ihres Lebens. Diese Hunde werden langsam alt. Umso schöner, dass wir diesen Werdegang der Hunde miterleben dürfen. Die Spieler haben den Sport dem Alter der Hunde angepasst.

Weit geworfene Scheiben werden kürzer.
Sprünge werden weniger und teilweise in Zeitlupe ausgeführt.
Der Mensch trumpft viel mehr mit seinem Wurftalent auf.

Das Spiel ist langsamer geworden. Aber, das Team ist zusammen gewachsen. Selten siehst du solch ein Teamwork wie zwischen Mensch und Hund, die seit einer halben Ewigkeit zusammen Frisbee spielen.

Ja, dein älter werdender Hund will noch Frisbee spielen. Pass das Spiel an und achte gut darauf, wie es dem Hund dabei geht.

Dies gilt für Hunde, welche länger im Sport aktiv sind und die entsprechenden Muskeln und die Kondition mitbringen.

Willst du mit deinem alten Hund erst mit dem Frisbeespielen anfangen, wird es schwieriger. Schraube deine Erwartungen runter, nutze die Frisbee um mit deinem Hund Spass zu haben. Lass ihn die Scheibe apportieren und einer nicht zu weit geworfenen Scheibe nachrennen.

Versuch keine Sprünge und sonstige belastende Tricks. Auch musst du die Frisbee gut kontrollieren können. Nicht dass dein Hund einer zu hoch fliegenden Scheibe nachhechtet und sich bei der Landung verletzt.

Es ist, wie wenn du mit deiner Oma Frisbee spielen würdest. Von ihr erwartest du ja auch keinen Flick Flack und keine Hechtrollen. Oder doch?

Denkst du an einen 11. safety first Punkt? Was gehört für dich dazu? Teile uns deine Erfahrungen und deine Fragen unten im Kommentar mit.

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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