Freestyle-Kür: Vertraue auf die drei Gehirne

Mentales Training im Hundefrisbee
Mentales Training im Hundefrisbee

Voila, nach dem letzten Artikel weisst du jetzt, wie sich eine Kür zusammen setzt und du hast diese bereits auf dem Papier zusammen gestellt.

Durch fleissiges üben und trainieren lernst du dir und deinem Hund die aktuelle Kür. Die Abläufe werden immer einfacher und du musst nicht mehr viel studieren.

Doch, woran liegt das?

1. Hirn: Deins

Spiele die Sets und die Kür in Gedanken immer wieder durch. Stelle dir vor deinem inneren Auge vor, wie du die einzelnen Sets spielst. Wie bewegst du dich, wo stehst du gerade, wo schaust du hin, wie wirfst du die Scheibe wo ist dein Hund?

Du liegst gerade müde auf dem Sofa? Oder du kannst nicht einschlafen? Oder du musst auf Jemanden warten? Trainiere deinen mentalen Speicher und spiele die Kür in Gedanken durch.

Hier helfen dir zu Beginn die Notizen. Wenn du nicht weiter weisst, schau auf deinem Zettel nach.

2. Hirn: Körper

Dein Kopf ist nicht alleine. Du bekommst Unterstützung vom motorischen Gedächtnis.

Dein Körper merkt sich die Abfolgen der Bewegungen. Nutze dies und trainiere die Bewegungen möglichst oft. Dies kannst du problemlos ohne Hund machen.

Nicht um sonst heisst es: Die Bewegung muss in Fleisch und Blut übergehen.

Grundprinzip des motorischen Gedächtnisses ist die Wiederholung. Bewegungen und Abläufe immer und immer wieder machen. Dein Körper erinnert sich an diese Abläufe und wie von selbst gehst du in die nächste Haltung.

Oder, deine Hand wird von Geistern geführt und schon fliegt die Frisbee genauso wie es auf deinem Zettel steht –ohne zu überlegen.

Wie wäre es, wenn du morgens vor dem Zähneputzen die ersten zwei Sets durchspielst? Die Bewegungen reichen vollkommen. Du brauchst keinen Hund und du musst nicht die Scheibe durch die Wohnung werfen.

In der Mittagspause findest du bestimmt ein kleines Zeitfenster um weitere zwei Sets trocken zu üben.

Was machst du abends? Genau, du bewegst dich zu den nächsten zwei Sets. Und bevor du ins Bett gehst, verinnerlichst du dir deinen Anfang und deinen Abschluss.

Natürlich ist es gut, die Trainingseinheiten zu variieren. Schliesslich musst du die ganze Kür können und nicht immer nur zwei Sets.

Du wirst schnell merken, wie dein Körper dich darauf aufmerksam macht, wenn eine Abfolge nicht stimmt. Es fühlt sich komisch, ja sogar falsch an.

Wie schnell dein motorisches Gedächtnis arbeitet, kannst du mit folgendem Test herausfinden:

Test: Motorisches Gedächtnis

3. Hirn: Hund

Und dann ist da noch dein Hund. Hunde folgen Handlungsmustern, können diese verschlüsseln und auch nach einer gewissen Zeit wieder abrufen.

Hast du das auch schon erlebt? Du spielst den Backvault und wirfst eine weite Scheibe. Dein Hund steht vor dir und schaut dich an. Ja klar, nach dem Backvault kommt immer der Flip.

Dein Hund hat es noch gewusst, du nicht mehr!

Vorgängig habe ich erwähnt, dass du vieles für dich alleine, ohne Hund üben sollst. Hundefrisbee ist ein Team-Sport und wird entsprechend bewertet.

Somit gehört das Training mit dem Hund genauso dazu. Nur nicht 3x am Tag und nicht jeden Tag.

Also, vertraue auf das Gedächtnis deines Hundes. Achte auf ihn, er wird dir zeigen wo es lang geht.

Programmierte Fehler

So gut diese ganzen Hilfen sind. Eine Gefahr versteckt sich dahinter.

Du wirfst Minidistance und kommst nicht über 25 Meter. Um ganz vorne mit dabei zu sein, musst du aber über die 35 Meter kommen.

Nun suchst du dir Hilfe. Schnell ist erkannt, die Taktik, die Abwurftechnik muss geändert werden. Aber, dein Kopf und dein Körper bekommen das nicht umgesetzt.

Hm, die haben sich den Bewegungsablauf durch intensives Training perfekt gemerkt. Das System arbeitet fehlerfrei.

Eine Umprogrammierung ist möglich, bedeutet aber Disziplin und Geduld.

Lass dir die Bewegung genau erklären und zeigen. Lass dich beim Ausführen korrigieren. Schliesse die Augen um die Bewegung zu spüren und die Muskeln bewusst zu aktivieren.

Zeitlupe ist sehr hilfreich. Führe die Bewegungen langsam aus und spüre wie sich das anfühlt. Wo fühlt es sich falsch an? Genau da kommt das alte Muster. Programmiere die Bewegung bewusst neu.

Bleib für ein paar Minuten (ja, Minuten) in der Endposition stehen. Programmiere diese Positionen in deinen Kopf und deinen Körper ein.

Ein weiterer wichtiger Punkt. Der Probewurf oder sich einwerfen. Ich habe früher immer gesagt, ist nicht nötig, damit verschwendest du dein Glück.

Naja, was hat Minidistance mit Glück zu tun? Ein bisschen was schon, da stimme ich zu.

Das Meiste holst du aber über Technik. Erinnere bei einem Probewurf deinen Körper an die neue Programmierung. Mache die Bewegung gezielt und übertreibe diese sogar.

Jetzt wissen dein Körper und dein Kopf was verlangt wird und es kann losgehen.

Lebenslanges Lernen ist möglich

Das Gehirn ist in der Lage sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einzulassen und sich anzupassen. Wir lernen ein Leben lang, auch du.

Somit gibt es keine Ausreden mehr. Wenn du Spass am DiscDoggen hast und erfolgreicher sein möchtest, dann tue etwas dafür.

Richtiges üben macht den Meister!

An nichts denke ich! Dies ist die beste Antwort auf die Frage: An was denkst du beim Abwurf einer Frisbee? War der Wurf perfekt, kannst du es. War der Wurf schlecht, hättest du besser darüber nachgedacht.

Die Video-Analyse ist eine perfekte Hilfe. Da zeigt es sich, dass das was wir glauben zu tun oder zu fühlen, nicht genau das ist, was wir wirklich tun.

Wenn du dich verbessern willst, musst du gezielt und bewusst trainieren. Nicht ziellos vor dich hin werfen. So vertiefst du den falschen Bewegungsablauf. Dieser setzt sich immer tiefer in deinem Gedächtnis fest.

Ganz viel kannst du mit umprogrammieren und verbessern der Wurftechnik erzielen.

Gib nicht auf

Dein Hirn braucht Zeit zum Speichern. Nach einer Trainingsphase werden dein Gedächtnis und dein Körper in eine Phase der Speicherung gehen. Dies braucht Zeit.

Bist du auch schon am Punkt gewesen, wo es langsame oder keine Fortschritte gibt? Das ist die Phase der Speicherung.

Wenn du in dieser kritischen Phase aufgibst war alles umsonst und du wirst die alten Muster stärken. Bleib eisern dran und trainiere weiter die neuen Abläufe.

Die alten Muster werden ein Leben lang gespeichert bleiben. Du kannst diese nicht löschen und vergessen. Diese werden sich immer wieder einschalten.

Du kennst es! Du siehst und fühlst die Fortschritte und doch geht einen Tag später nichts mehr. Die alten Muster sind stärker. Das ist der berühmte „Schlechte Tag“. Diesen kann übrigens auch dein Hund haben. Zeige also Verständnis.

Durch konstantes Üben der neuen Technik, wird diese stärker und irgendwann vor der alten Technik abgerufen. Die neue Technik liegt auf dem schnellen Laufwerk auf welches sofort zugegriffen werden kann. Die alte Technik liegt auf dem langsamen Backup-Laufwerk.

Aber Achtung, sobald du vermehrt das Backup aufrufst, wird dieses sich stärken und in das schnelle Laufwerk wechseln.

Wir sehen uns auf dem Feld – let’s rock the field!

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Über Sandra

Ich bin seit 2008 vom DiscDog-Virus angesteckt. Meine Faszination entfaltet sich hinter den Kulissen und neben dem Turnierfeld. Ich bin sozusagen die Online-DiscDoggerin.

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